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Unten an den Docks

Unten, an den Docks, dort wo das Wasser tief grün ist, da schwimmt Er. In dieser Brühe kann man zwar keinen Meter weit sehen, schon gar nicht wenn es oben auch noch Nacht ist, aber Er hat Seinen Kopf eh über die Oberfläche gehoben. Jeder andere hätte jetzt wahrscheinlich auf den Unrat um einen herum geachtet, nur Er, Er achtet nicht auf den Dreck. Er fixiert mit Seinen roten Augen schon die ganze Zeit diesen Hafenarbeiter, der dort alleine, ohne das ihn jemand sah, am Pier Kisten schleppte. Er weiß genau, daß der nicht gesehen werden kann. Er kennt sich aus mit dem Jagen. Jetzt wartet Er nur noch auf den richtigen Moment. Der würde kommen, ja das würde er schon. Nur später, als wenn Er ein Mensch wäre. So wie Er aussieht kann er nicht einfach zu einem hingehen und ihn nach einem Handschlag töten. Nun, wenn Er Mensch gewesen wäre würde Er das auch gar nicht wollen. Nicht daß Er eine von diesen Menschen fressenden Kreaturen ist, nein nein, Er hat es nur satt, ständig den gleichen Tintenfisch und das andere Zeugs  zu fressen. Seit einiger Zeit haben eben diese besagten Zweibeiner seine volle Aufmerksamkeit.

Da! Der Hafenarbeiter geht auf einen Steg, an dessen Ende stehen Kisten, die er sich wohl holen muß. Das ist Seine Chance. Sein 3 Meter langer, blas grüner Körper schwimmt mit einer enormen Geschwindigkeit auf das Ende des Stegs los. Dahin wo die Kisten stehen. Er schlägt dabei keine Wellen, dazu ist er zu perfekt. Der Arbeiter würde gleich bei den Kisten sein. Beeilung. Er taucht unter. Erst als er beinahe mit seinem Kopf den Pfahl rammt schießt er nach oben. Beeilung! Er beginnt an jenem Pfeiler empor zu klettern, in der Hoffnung, daß der Arbeiter weder aufmerksam noch fertig mit dem Kistentragen ist. BEEILUNG! Er hat Glück. Er checkt gerade seine Auftragsliste vor den Kisten durch. Zeit genug sich einen Plan zu überlegen. Und schon war der fertig. Angriff und Los hat er sich überlegt. Jetzt hängt Er da, gut 2 Meter über dem Wasser, von dem Sein Schwanz immer noch hin und her geworfen wird, Seine Muskeln könnten Ihn noch Stunden da halten. Der Arbeiter hievt jetzt eine Kiste hoch und schickte sich an wieder den Rückweg anzutreten. Aber dieses Wesen ist schneller. Er springt förmlich mit einem Satz auf den Steg. Relativ laut, aber darum macht Er sich jetzt keine Sorgen mehr. Der Arbeiter hört zwar diesen Platsch , aber bewegen tut er sich nicht. Ob er das aus Angst nicht macht, oder ob er sein Schicksal akzeptiert, kann man ihn nicht fragen. Man wird es auch nicht mehr können. Dieses Ding reißt ihn von hinten mit in das Wasser. Es tut das mit einem Grinsen, wohl wissend, daß die Jagd Erfolg hatte. Die Kiste des Arbeiters treibt noch Tage später mit dem anderen Unrat im Hafen, auch die Mütze des Arbeiters kann man später an die Oberfläche schwimmen sehen. Nur dieser Hafenmann wird nicht wieder aufgefunden.

Von 15.10.98



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