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Exklusiv im Runner's Place
" Ja,", kam die Antwort vom Stuhl vor mir, " ich bin Shadowdancer. Ich nenne mich seit unserem letzten Run so. Ich dachte, es sei an der Zeit, mir einen Namen zuzulegen. Und eine Freundin von mir behauptete, ich würde auf einem Schattenlauf so Traumtänzerisch wirken, daß " Shadowdancer "gut zu mir passen würde. "" Und aufgrund dieses Lobs hast du nichts besseres zu tun, als dich in den dicksten Drek zu manövrieren, den du finden konntest, hm? Und jetzt glaubst du wohl auch noch, ich würde dir aus dieser Scheiße raushelfen? Verflucht, du kennst mich einfach zu gut. " Ein Schluchzen drang unterdrückt aus Stephs Kehle an mein Ohr, was mir zeigte, das sie wieder einem Kollaps nahe war. Ich nahm sie tröstend in den Arm und drückte sie, während ich meinen Geist schweifen ließ, um darüber nachzudenken, was nun zu tun sei. Ich könnte irgendwie versuchen, Steph lang genug zu decken, bis eine Menge Gras über die Sache gewachsen war. Ich könnte auch zu meinem Johnson gehen und ihm sagen, er solle sich zum Teufel scheren, aber das würde den Verdacht nur auf mich lenken. Auf jeden Fall mußten sowohl Steph als auch ich schnell irgendwo untertauchen. Das hieß, wieder den einen oder anderen Gefallen einzulösen. Ich beschloß, gleich loszufahren und einen Freund zu treffen, der uns in einer sicheren Wohnung unterbringen konnte, ohne Fragen zu stellen und uns obendrein versorgen zu können, so daß wir nicht selber irgendwo gesehen werden würden.
Kurz darauf parkte ich meinen Jackrabbit vor einem kleinen Lokal, das dem erwähnten Bekannten, Mickey Howma in einer etwas unfeineren Gegend des New York-New Jersey- Plexes. Ich stellte den Motor ab, öffnete die Tür und ging auf die große, metallene Doppeltür zu, die den Eingang zu dem Lokal bildete. Vor eben jener Tür stand eine hühnenhafte Gestalt, Trigger, der Rausschmeißer der Bar und Mickey´s Troll-für-alles. Ein breites Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er mich kommen sah. Ich war nicht nur mit Mickey befreundet, sondern auch die gesamten Belegschaft des " Stuff and Fi-sh-it ". "Hoiho, Ricky, was treibt dich alte Ratte in diesen Teil der Gosse?" scholl mir Triggers Baßstimme entgegen, die so tief war, daß sie fast meine Zähne zum vibrieren brachten. " Nun, ich habe mich in kleinere Schwierigkeiten verstricken lassen, und nun halte ich es für angebracht, eine Weile unterzutauchen, und wer könnte mir da besser helfen als Mickey?" "Wohl kaum jemand. Aber da mußt du ihn schon selber fragen, und im Moment sieht es so aus, als ob du warten müßtest, denn Mick ist gerade in seinem Büro, und an der Tür hängt ein " Bitte nicht stören"- Schild, so ka?" antwortete der Troll augenzwinkernd und in einem verschwörerischen Tonfall. Und ich verstand auch, was er damit meinte: Mickey war berühmt-berüchtigt dafür, alles zu jagen, was Röcke trug ( Schotten ausgenommen) und nicht schnell genug auf die Bäume kam. Und dieser verfluchte Schweinepriester hatte trotz dieses allgemein bekannten Rufes sogar Erfolg damit. " Am besten setzt du dich rein an die Bar und trinkst ein Bierchen, ich bin sicher, Susan wird sich freuen, dich wiederzusehen." fuhr der Troll fort, wobei er mir sanft in die Rippen stieß, was mir selbige trotzdem fast brach. Wie schon gesagt, ich kannte alle angestellten der Bar mehr oder weniger gut. Susan gehörte zu denen, die ich fast in- und auswendig kannte. " Halt die bösen Buben draußen,okay?" "Yup, mach ich. Man sieht sich." Ich bestätigte mit einem Nicken während ich die Tür, nicht ohne Mühe, aufzog und hineinging. Der Qualm und die abgestandene Luft, der mir entgegenschlug, nahm mir für einen Augenblick den Atem, und ich rang nach Luft. Dann trat ich ein und sah mich in der mir wohlvertrauten Umgebung um. Alles war, wie ich es in Erinnerung hatte: direkt vor mir an der gegenüberliegenden Wand hing ein großes Gemälde mit drei pokerspielenden Hunden, darunter Standen einige Tische und Stühle, einigermaßen durch dünne Reispapierwände voneinander abgetrennt, aber trotzdem noch gut zum lauschen geeignet. Links von mir standen einige SimSinn- Spiele, die schon vor einem Jahr alt waren und auch keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken konnten ( vor allen Dingen, weil bei den Meisten der Spiele mein Name unverrückbar ganz oben auf der Highscore- Liste stand). Der Hauptteil des Raumes aber wurde von einer großen Bar zu meiner Rechten eingenommen, hinter der ein großer Spiegel hing. Mein Eintreten wurde auch von der langhaarigen, blonden Bardame zur Kenntnis genommen, die es mit einem weiteren Lächeln an meine Adresse quittierte. " Susan! Verdammt, haben wir uns lange nicht mehr gesehen!", sagte ich in einem Tonfall, der normalerweise für aus einem längeren Urlaub zurückkehrende Großmütter reserviert war. Das Lächeln schwand aus Susans´ Gesicht, und statt dessen verdrehte sie die Augen soweit, daß nur noch das weiße zu sehen war, ein Spezialität von ihr. " Ha, Ha, wirklich ulkig. Wo hast du gesteckt?" fragte sie, als ich an die Theke trat, und boxte mir in die Rippen. " Wichtige angelegenheiten. Dein Chef ist gerade nicht abkömmlich habe ich gehört?" " So kann man´s auch nennen. Ich würde ihn auf jeden Fall nicht im Büro stören, könnte peinlich werden. Aber du kennst ihn ja, in ungefähr fünf Minuten ist er wieder hier.", kam die lässige, mit einem sehr gehässigen Grinsen untermalt. Ich betrachtete sie ein wenig eingehender, und mußte feststellen, daß sie sich kein Stück verändert hatte. Sie war recht groß mit ihren zwei Meter zehn, aber sie war dennoch nachweisbar menschlich. Man sah ihr an, daß sie Sport trieb, denn ihre Oberarme waren bei weitem breiter als meine, und ihre Figur war schlank und athletisch. Trotz ihrer beträchtlichen Größe und ihrer Ringer- Oberarme war sie dennoch äußerst attraktiv, und sie achtete auch darauf, es zu bleiben. Ihr Motto hieß nicht umsonst: " Im Kern bin ich eine Lady!", und sie verfocht es mit allen Mitteln, Kinnhaken eingeschloßen. Nach dieser Studie einer alten Freundin setzte ich mich endlich auf einen der Hocker, die an der Theke standen. Susan derweil zog sich in einen anderen Teil der Bar zurück, um einen anderen Kunden zu bedienen, der irgendwie an Trigger vorbeigekommen war. Fats erschreckt stellte ich fest, daß ich noch immer nichts zu trinken vor mir hatte, worauf ich beschloß, mich auf den Weg hinter die Theke zu machen und mir selbst ein Soybier vom Faß zu zapfen. Susan kam gerade wieder zurück, eine sehr genervte Miene aufgesetzt. " Männer!!", war der Kommentar, den sie mit einem Seufzer der Welt kundtat. Ich war mir nicht ganz sicher, ob sich das auf mich oder auf den soeben bedienten Kunden bezog, deshalb zögerte ich eine Sekunde, den Zapfhahn zu bedienen. Dann setzte sie den Seufzer fort:
" Wenn mir heute auch nur noch ein Mann versucht, an den Hintern zu grabschen, leg ich ihn um!" Beruhigt führte ich die Bewegung, in der ich erstarrt war, zuende und witzelte gleichzeitig:
" Ich glaube, darauf legt er es ja an...". Ihre Miene hellte sich auf, und eine halbe Stunde und zwei Biere später wurde mir es mir einfach zu bunt. Ich stand auf und ging schnurstracks auf die
Tür zu, auf der ein Schild "Privat" verkündete. Ich versuchte, die Tür zu öffnen, aber es war abgeschlossen. Ich rüttelte noch weiter an der Klinke, abner es half nichts. Ich versuchte es mit klopfen. Auch das schien nichts zu helfen, denn ich erhielt abermals keine Antwort. Susan, die sich gerade wieder zu mir umgedreht hatte, kam zu mir herüber und fragte, was los sei. Ihre Augen verrieten Sorge, denn normalerweise antwortete Mickey immer, es war eine der Sachen, bei der man sich hundertprozentig uaf ihn verlassen konnte. Es war immer ein allgemeiner Anlaß für Frotzeleien gewsen. Das gleiche schien ssich auch Susan zu denken, denn sie schob mich entschloßen beiseite und bedeutete mir, zwei Schritte zurückzutreten. Dann spannte sie sich und wirbelte auf dem linken Fuß herum, um ihren rechten Fuß mit einem lauten Krachen gegen die Tür zu schmettern. Die Angeln gaben protestierend nach, und die Tür fiel in den Raum.
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