Wasserkriege
Hier kommt der erste Teil meiner Geschichte Wasserkriege. Eine Geschichte um Macht, Einfluß und dunke Gestalten, die in den ADL von morgen ihr unwesen treiben.
Der erste Teil ist der Einstieg zu einer komplexen Geschichte, die nach und nach in meinem Kopf entsteht/enstanden ist. Ich will nur eines sagen: Es ist meistens nichts so wie es auf den ersten Blick scheint ....
Der zweite Teil der Geschichte ist mittlerweile auch schon abgschlossen und der dritte Teil ist in Arbeit. Ihr findet ihn im Runners Place und auf meiner eigenen Shadowrun Seite.
Niclas Meier
Der Mann betrat den Raum in Begleitung einer jungen Frau. Sein Name war
Johnson und er war Mr. Kon. Sein Geschäft war nicht für die
Öffentlichkeit bestimmt und dennoch war die Existenz von Leuten wie ihm
ein offenes Geheimnis. Sein Job war es für seinen Konzern Leute
anzuheuern, die illegale Tätigkeiten durchführten, und nicht zu dem
Konzern zurückverfolgt werden konnten. Der Ausdruck, der auf den Straßen
für diese Leute kursierte war, Shadowrunner.
Schattenläufer die sich dem segensreichen Licht, welches die Konzerne
der Welt brachten, entzogen und ein kriminelles Leben in den Schatten
vorzogen.
Jedenfalls soweit es die Konzerne betraf. Herr Johnson wusste mehr, denn
er war nicht zu diesem Job gekommen weil er blind war. Viele dieser
Shadowrunner kamen aus dem Bodensatz der Gesellschaft. Aus der Menge der
Tausenden von SIN-losen, welche die Metroplexe der Erde bevölkerten.
Die Schattenarbeit stellte für sie die einzige Möglichkeit dar
bescheidenen Luxus zu ergattern, doch der Preis ging meistens weit über
das eigene Leben hinaus. Und dennoch waren die Reihen der inoffiziellen
Konzernsoldaten nie unterbesetzt. Sie wurde regelmässig von der neuen
Generation der Straßenkinder besetzt, denen die heroischen Geschichten
der Schattenläufer von Kind an erzählt werden. Die Geschichten, wie ein
paar geschickte Männer der Straße dem bösen Megakonzernen eine Krume
seines Reichtums entrissen hatten. Doch die brutale Realität war, das
Legionen des Schattenvolkes für die Machtspiele der Konzerne ihr Leben
liessen. Ein Ork wartete schon. Das Hinterzimmer in welchem das Treffen
stattfand gehörte zu einer Bar, die den Namen 'Flintstones' trug. Da
ganze Interieur war nach der bekannten amerikanischen Sit-Com aus dem
vergangenen Jahrhundert gestaltet worden. Auch das Hinterzimmer war
nicht verschont worden. Auf ein paar Schränken standen ein paar
Miniaturnachbildungen der Hauptdarsteller dieser Serie. Herr Johnson
beobachtete den Ork, der sein Eintreten und das seiner Assistentin
anscheinend noch nicht bemerkt hatte. Das Interesse des Orks galt
jedenfalls noch der Miniatur eines lilafarbenen Dinosauriers, die der
Ork vorsichtig in seiner Hand hielt und sie neugierig - mit Kindesaugen -
betrachtete. Ein räuspern des Johnsons brachte den Ork zurück in die
wirkliche Welt. Der Ork blickte den Johnson an, dann die Frau neben dem
Johnson und dann wieder den Dinosaurier in seiner Hand. "Das is' doch
kein Drache, oder ?", fragte der Ork und der Johnson stöhnte innerlich
auf. Sollten seine Informationen falsch gewesen sein.
Man hatte ihm versichert, das der Ork den Job übernehmen konnte, aber
dieses Exemplar dieser Spezies schien zu den unter durchschnittlich
geistig bemittelten Exemplaren zu gehören. "Ja, soweit es mir bekannt
ist, stellt diese Figur einen Babydrache dar" "Echt? Das ist ja Sahne",
das Grinsen des Orks war wirklich furchteinflössend. Herr Johnson sah
sich den Ork genauer an. Für einen Ork war dieser eher klein, das
auffälligste war jedoch der grosse Hammer, der vor dem Ork auf dem Boden
stand. Eine Hand lag auf dem Griff, während die andere, den nun
vergessenen Babydrachen enthielt.
Diese Waffe war anscheinend für den Straßennamen des Orks
verantwortlich: 'Hammer'. Ansonsten war er wie die meisten Ork in Leder
gekleidet, welches vom langen tragen speckig war. Ungewöhnlich waren
auch die Fransen an seiner Lederjacke. In Amerika war das Mode, mässig
vielleicht angesagt, aber hier in den ADL hatte sich das nie wirklich
durchsetzen können. "Wollen wir zum Geschäft kommen", sagte der Johnson,
während er mit einer Hand auf den Tisch deutete. "Sahne", sagte der Ork
und nahm den Hammer, mit einer Geschmeidigkeit, die der Johnson niemals
vermutet hätte, vom Boden und ging hinüber zum Tisch.
"Ok, haben sie das begriffen?", sagte der Johnson, nachdem er dem Ork geschildert hatte was bei diesem Job zu tun war. "Ja Alter, echt Sahne der Job ein Kinderspiel." "Gut sie treffen sich Morgen mit dem Rest des Teams um die letzten Einzelheiten zu klären." "Jo, klaro kein Ding." "Gut Morgen um 1900 wieder hier." Der Johnson packte seinen Taschencomp wieder ein. Und wollte gehen. "Ähm, Mr. Johnson. Wie sieht es mit einem Vorschuß aus? Es gibt soviel Stinktiere im Sprawl und, na du weist schon." Der Johnson griff in seine Tasche und holte einen Kredstick heraus, den er auf den Tisch warf. "25% im voraus, wie es üblich ist, den Rest bei Lieferung. Und lassen sie sich gleich gesagt sein, das es für uns kein Problem sein wird sie zu finden, falls sie beschliessen sollten sich mit dem Vorschuß zu verdrücken." "Sahne, Meister!". Der Johnson verließ das Hinterzimmer mit seiner Assistentin im Schlepptau und Hammer war wieder alleine.
Hammer lachte innerlich, wie er es schon die ganze Zeit getan hatte. Der
Pinkel hatte ihn wirklich für so dumm gehalten, wie er ihn glauben
machen wollte. Ein Babydrache, das war die Krönung überhaupt gewesen.
Er hatte schon befürchtet daá der Johnson auf seinem Absatz kehrt machen
würde, aber es schien so als wenn Intelligenz nicht zu den
Eigenschaften gehören würde, die für diesen Run gefordert wären. Auf
jeden Fall hatte der Johnson seine Show geschluckt und war unvorsichtig
geworden. Er hatte seinen Taschencomp sehr freizügig auf dem Tisch
liegen gehabt und Hammer hatte ein paar vielversprechende Blicke drauf
werfen können. Nur kurz selbstverständlich, da er dem Johnson nicht
enthüllen wollte das er Lesen konnte, aber es hatte gereicht um den
Bildschirminhalt aufzuzeichnen. Die Wunder der modernen
Cybertechnologie.
Hammer schnappte sich einen Chip aus dem Etui in seiner Jacke. Er war
groß und deutlich mit 'LEER' beschriftet. Das Etui war sein ganzes
Vermögen.
Hier bewahrte er die Chips auf, mit denen er seinen Talentleitungen
fütterte. Der Inhalt seines Headmemories wurde auf dem leeren Chip
gespeichert und der mit 'LEER' beschriftete Aufkleber abgezogen. Danach
wanderte der Chip zurück in das Etui. Hammer hatte es extra verstärken
lassen, damit die Chips nicht beschädigt wurde. Er hatte bereits ein
Vermögen in sie investiert. Hammer verließ das Hinterzimmer des
'Flintstone' bevor der Wirt ihn dazu aufforderte.
Hammer hatte seinen Volkswagen TT50, dem Nachfolger des legendären
Unimog, drei Straßen weiter geparkt. Der Johnson brauchte nicht zu
wissen welchen Wagen er fuhr. Als Hammer sich dem Wagen näherte bemerkte
er ein paar komische Gestalten, die sich an der verstärkten Heckklappe
des Wagens zu schaffen machten. Leise und blitzschnell lief er zu ihnen
hinüber um wie ein lautloser Schatten hinter ihnen zu erscheinen. "Das
wollt ihr nicht wirklich tun Boys!" Hammer erhob seine Stimme und die
beiden Punks drehten sich erschrocken um. "Hey, Troggy, zieh Leine,
bevor ..." Der grössere der beiden Punks beendete seinen Satz nicht,
nachdem er Hammers namengebendes Instrument entdeckt hatte. Hammer hielt
den Kriegshammer locker in der rechten Hand. "Bevor was, Drekhead?",
Hammer war in der Stimmung zum spielen. "Hey, bevor wir dir deine
dreckigen Ohren abschneiden. Dämlicher Trog!" Offenbar hatte das kleine
Wieselgesicht nicht halb soviel Grips wie sein grösserer Chummer, da er
zusätzlich noch ein kleines Spielzeugmesser auftauchen ließ. Sein Freund
warf ihm einen besorgten Blick zu, zog aber dennoch sein Messer. Die
beiden waren der lebende Beweis dafür, das Dummheit ansteckend war. "Ihr
beiden Clowns wollt also spielen?
Ok, kein Problem." Hammer hatte den Satz noch nicht ganz beendet als der
kleinere der beiden bereits auf ihn losstürmte. Doch die Attacke die
der Straßenpunk vollführte war nicht mehr als armselig, so daß es für
Hammer kein Problem war auszuweichen. Er trat einen Schritt zurück und
die Attacke ging ins Leere. Der Freund des wieselgesichtigen war
cleverer. Hammer trat einen weiteren Schritt zurück und schwang den
Hammer gegen das Wieselgesicht, das sich gerade wieder gefangen hatte
und erneut zum Angriff ansetzten wollt. Er erwischte den Gossenpunk
mitten im Lauf. Das trockene Knacken ließ vermuten, das ein paar Rippen
gebrochen waren. Der Körper die Wieselgesichts wurde zurückgeschleudert
und landete unsanft auf dem Gehweg. "Nimm deinen Freund und bring' ihn
weg", sagte Hammer zu dem grösseren, der wie angewurzelt stehengeblieben
war.
Einen Augenblick lang, schien der Junge garnicht erfassen zu können, was
Hammer mit diesen Worten wohl gemeint haben könnte, aber dann ging er
zu seinem stöhnenden Freund hinüber, der gerade wieder Anstalten machte
aufzustehen. Allem Anschein nach war ihnen jedoch die Lust am spielen
vergangen.
Hammer hatte es nach dem Zwischenfall mit den beiden Punks vorgezogen
den Standort zu wechseln. Er war sich nicht sicher ob die beiden zu
einer Gang gehörten, doch die Wahrscheinlichkeit war zu groß um
unnötigen Ärger zu riskieren. Also hatte er den Chip eingeworfen, der
ihm die Fähigkeit verlieh den TT50 zu lenken, und war abgedampft. Er
hatte den Theodor-Storm-Damm überquert, hatte sich Wildost, dem
Containerghetto, soweit genährt, wie er es für sicher hielt. Für einen
Wagen wie diesen würden viele seiner Bewohner töten. Hammer verließ das
Führerhaus und öffnete die Heckklappe. Dort bewahrte er sein gesamtes
Hab' und Gut auf, bis er etwas besseres gefunden hatte. Es dauerte nicht
allzu lange bis er seinen Tabletop Computer aufgebaut hatte. Der Chip,
auf dem die Bilddaten waren, die er vorhin im 'Flintstone' gemacht
hatte, wanderte ins Laufwerk. Hammer lud eine gutes
Bildbearbeitungsprogramm und machte sich daran die Schrift auf dem
Tabletop des Johnsons zu entziffern.
Das meiste war ziemlich unwichtiges Zeug, aber es hatte sich trotzdem
gelohnt.
Er erhielt zum Beispiel Einsicht in seinen Lebenslauf, den der Johnson
anscheinend von Tommyknocker dem Schieber bekommen hatte. Hammer war
sich allerdings nicht sicher ob er über dessen Unvollständigkeit erfreut
seinen sollte oder nicht. Einerseits unterstütze der Lebenslauf die
Story vom dämlichen Ork aber andererseits litt seine Straßenreputation
darunter, doch das war jetzt nicht so wichtig. Hammer hatte eine Liste
welche vermutlich die anderen Mitglieder des Teams enthielt gefunden,
also würde er sich erst einmal darauf konzentrieren etwas über sie
herauszufinden.
Es war schon ungewöhnlich ein Team für einen Run zusammenzustellen.
Die meisten Shadowrunner schlossen sich von sich aus zu Gruppen zusammen
in denen sie ihre Fähigkeiten am besten ergänzen konnten. Dieser
operierten dann fast ausschliesslich zusammen. Wenn der Johnson ein
neues Team zusammenstellte, dann war da etwas im Busch und Hammer wollte
wissen was es war.
Das 'Red Eye' war zwar nur ein kleiner Laden, dafür war er aber auch
verschwiegener als andere. Hammer kannte den Besitzer noch von früher.
Sie waren damals gemeinsam losgezogen und hatten das grosse Geld als
Söldner verdienen wollen, doch leider wurde nie etwas daraus. Hammer
drängelte sich gleich bis zu Bar durch, wo er schon J.I.T., den Besitzer
der Spelunke sah. "Hoi, Dreckgesicht!" rief er zu dem Mann hinter der
Bar, der sich daraufhin zu Hammer umdrehte, doch der Zorn auf dem
Gesicht verflog ziemlich schnell als der Mann Hammer erkannte. "Hey,
dich hab' ich ja schon ewig nicht mehr gesehen, und du bist noch genauso
so hässlich wie früher." J.I.T. kam mit einem breiten Grinsen auf dem
Gesicht zu Hammer herüber. "Hey, was liegt an?" fuhr er fort. "Ein Bier
und ein paar Infos.", sagte Hammer mit einem verschwörerischem Grinsen
auf den Lippen. "Ok, laß uns ein bisschen nach Hinten gehen." J.I.T.
ging kurz zu der Bedienung hinüber und flüsterte ihr etwas in Ohr, über
das diese anscheinend gar nicht begeistert zu sein schien. Dann ging er
zu einer Tür mit der Aufschrift 'Privat' und bedeute Hammer, das er ihm
folgen sollte.
Nach 3 Stunden hatte Hammer was er wollte. J.I.T. kannte alle Namen auf
der Liste, und Hammer hatte als Preis nur ein wenig Zeit opfern müssen.
J.I.T. war damals aus dem Dienst ausgeschieden nachdem eine Mine ihm das
Bein zerfetzt hatte. Mit der Abfindung und dem gesparten Sold war er
dann zurück in die ADL gegangen und hatte sich diese Kneipe aufgebaut,
während Hammer weiter gekämpft hatte. Sie hatten lange über alte Zeiten
und längst tote Kameraden geredet, bis Hammer endlich eine Gelegenheit
gefunden hatte sich zu verabschieden. Als er gegangen war, war der Laden
wirklich voll geworden und die Bedienung war wirklich glücklich
gewesen, daß Hammer gegangen war. J.I.T.'s Angaben waren gehörten alle
Namen auf der Liste zu Schattenläufern. Es waren fast alles keine
grossen Kaliber, aber alles in allem eine solide Truppe. Die meisten
hatten schon ein wenig Erfahrung im Schattenlaufen, aber keiner hatte
bisher einen grösseren Hit gelandet. Mr. Johnson hatte zwar gesagt, daß
es bei dem Job um einen Einbruch gehen würde, doch wie die Sache bis
jetzt aussah, war eher mit einem Krieg zu rechnen. Wenn der Johnson die
komplette Liste anheuerte, dann würden 5 Messerklauen und ein Rigger mit
von der Partie sein. Das war genug Feuerkraft um wirklich Schaden
anzurichten.
Die Zeit bis zur Besprechung hatte Hammer nicht Sinnvoll nützen können.
Er hielt es noch nicht für Ratsam sich weiter aus dem Fenster zu lehnen.
Zu viele Fragen konnten den Johnson misstrauisch machen und er hatte
das Geld wirklich dringend nötig. Als Hammer das 'Flintstone' betrat
winke der Wirt ihn glich nach hinter durch. Ebenso wie das letzte mal
erntete einige verwunderte Blicke wegen seines Hammers, aber er ließ
sich davon nicht weiter stören. Hammer hatte ihn im Zweikampf gewonnen,
indem er seinen Vorbesitzer - einem atzlanischen Troll - im Zweikampf
besiegt.
Dort hatte er auch das erste mal zu spüren bekommen, was der Hammer für
Schaden anrichten konnte. Im Hinterzimmer herrschte schon reger Andrang.
Mr. Johnson war zwar noch nicht erschienen aber dafür war schon das
gesamte Team anwesend. Hammer setzte wieder die dummer Ork Maske auf und
betrat das Hinterzimmer. In dem Raum herrschte ein durcheinander von
Stimmen, das ziemlich Schnell zu erliegen kam, als er den Raum betrat.
"Hoi, ich bin Hammer", begrüsste er die Anwesenden. Einige lachten kurz
auf.
Und tuschelten mit dem Nachbarn. "Hey, wo hast du denn den 'Hau' den
Lukas' geklaut?" Ein aggressiv wirkender Straßensamurai war wohl der
Meinung einen guten Witz auf seine kosten reissen zu können. Er würde
ihn nicht enttäuschen. "Hö, meine Mami hat schon immer gesagt:' Eine Axt
im Haus erspart den Zimmermann.'" Der Norm wirkte, wie der anderen,
etwas verwirrt. Aber als sie merkten, daß der Ork das wirklich ernst
gemeint zu haben schien, brachen sie alle in lautes Lachen aus. Hammer
sah in die Runde. Die meisten der Anwesenden hatten sich ihr können auf
der Straße angeeignet. Sie benahmen sie durch und durch wie
Messerklauen, wie man sie in jedem Metroplex der Welt findet. Ehemalige
Gangmitglieder, die es geschafft hatten sich langsam hochzuarbeiten.
Alles in allem nicht die ausgebufftesten Profis. Hammer versuchte die
Namen der Liste mit den Leuten in Verbindung zu bringen. J.I.T. hatte
leider keine Bilder liefern können, so daß er sich nur auf wage
Beschreibungen stützen konnte. Der aggressive Samurai, der Hammer
angesprochen hatte, schien Dart zu sein. J.I.T. hatte nicht viel über
ihn erzählen können.
Er war wohl gerade erst aus der Provinzliga aufgestiegen und sich
professionellerer Schattenarbeit zu widmen. Auf der Straße wurden ihm
famose Reflexe nachgesagt. Aber J.I.T. hielt ihn noch für sehr
unerfahren.
Neben Dart saß Watt der Zwerg. Schon ein zäherer Kandidat als Dart. Watt
hatte an beiden Hamburger Universitäten Studiert, wurde aber wegen
irgendwelcher nicht astreiner Sachen vom Campus entfernt. Watt hatte ein
Talent für Elektronik und alles was damit zusammenhing. Darüber hinaus
schien der Zwerg jedoch ziemlich unbegabt zu sein. Jedenfalls wenn man
J.I.T.'s Informationen glauben schenkte. Auf der anderen Seite von Dart
saß ein Troll. Da er wie Watt der einzige seiner Spezies war, musste
dies Torch sein. Hammer hatte schon von seiner Liebe zu Flammenwerfern
und anderen pyrotechnischen Spielzeugen gehört. Alles in allem ein
solider Kämpfer, wenn auch geistig keine Leuchte. Die einzige Frau saß
mit einem weiterem Samurai etwas abseits von den anderen. Die beiden
schienen sich zu kennen. Bei der Frau würde es sich um den Rigger der
Gruppe handeln. Ihr Straßenname war T.D. und J.I.T. vermutete das es die
Bezeichnung für Turbo Dame war (doch leider lag er damit nur zu 50%
Richtig). Der Mann der bei T.D. saß musste Hedgehoc sein. Er war
ebenfalls Straßensamurai und sollte ein famoser Schütze sein. J.I.T.
bescheinigte ihm auch Kriegserfahrung, was ihn in Hammers Augen
aufwertete.
Hammer ging zu Hedgehoc und T.D. hinüber uns setzte sich zu ihnen. Die
beiden unterbrachen ihr Gespräch und sahen sich den Neuankömmling
genauer an. T.D. schien die dummer Orkfassade nicht durchschauen zu
können, während Hedgehoc sich nicht sicher zu sein schien. Hammer
erwiderte Hedgehoc's forschenden Blick. Wie er schon von J.I.T. erfahren
hatte war Hedgehoc bis zu Halskrause vercybert und nach J.I.T. nur
erste Qualität.
Selbst die Cyberaugen waren nur schwer als solche zu erkennen. Im
Gegensatz zu den komplett goldenen von Hammer. "Ich hab' gehört du warst
bei der 9ten?" brach Hammer das Schweigen. J.I.T. hatte ihm erzählt,
das Hedgehoc wahrscheinlich bei der 9ten Free Soldiers Brigrade gedient
hatte. Die Sioux Wildcats hatten 2051 eine paar Einsätze mit der 9ten
FSB gemeinsam durchgeführt. "Ja", erwiderte Hedgehoc zögernd. "Gute
Leute! Ich hab' mal an deren Seite gekämpft waren ganz brauchbare
Soldaten." Hammer ließ das ganze eher beiläufig klingen und fuhr fort:"
Wann warst'n da?" "2051, wieso?" Hedgehoc schien den Sinn des Gespräch
noch nicht ganz erfasst zu haben. "Cool Mann, vielleicht haben wir uns
ja ma' getroffen" Hammer ließ ein Grinsen auf seinen Lippen erkennen.
"In welcher Einheit warst du doch gleich?", Hedgehoc tastete sich weiter
vorsichtig vor. Er schien den Braten langsam gerochen zu haben.
"Wildcats!" Die Antwort ließ bei Hedgehoc zwar nicht die Gesichtszüge
entgleisen aber dennoch war Hammer sich eine Veränderung in seinen Augen
gesehen zu haben. Allerdings wurde langsam das Interesse bei Hedgehoc's
Freundin T.D. wach. "Wie Wildcats?"
Frage die T.D. patzig. J.I.T. hatte Hammer schon vor ihrem schroffen
Auftreten gewarnt. "Ich denke unserer Freund hier meint die Sioux
Wildcats." Sagte Hedgehoc bedächtig als müsse er sich erst selbst davon
überzeugen, daß der Ork nicht gelogen hatte. Bevor Hammer jedoch zu
einer Antwort ansetzten konnte trat ihr Mr. Johnson ein.
Ihr Mr. Johnson stellte sich diesmal als Johann Winter vor. Er sei
Mitglied von Green War und habe einen Aeusserst wichtigen Auftrag für
sie. Da die Bezahlung schon geregelt war, stellte das heutige Treffen
das eigentliche Einsatzbesprechung. "Wie ihnen sicherlich schon
Aufgefallen ist haben wir hier eine beeindruckende Feuerkraft versammelt
und sie haben bestimmt schon befürchtet, daß es zu grösseren Gefechten
kommt. Ich kann sie beruhigen. Es ist nur ein simpler Einbruch geplant.
Das Ziel ist eine Trinkwasser Versorgungsstation im Raum Seevetal /
Rosengarten. Die Station pumpt Trinkwasser aus der Lüneburger Heide in
das Hamburger Versorgungsnetz.
Wir von Green War vermuten nun, das die Hamburger Wasser Werke ebenfalls
zu Deckung des riesigen Trinkwasserbedarfs nur schlecht geklärtes
Elbwasser in nicht ganz unerheblichen Mengen zur Streckung des
Trinkwassers verwendet.
Ihre Aufgabe besteht nun darin in diese Pumpstation einzudringen und
Wasserproben zu entnehmen." "Hey Mann, warum geht ihr nicht Einfach an
den Wasserhahn?", fragte Torch der Troll. Allgemeines Gelächter folgte
nur Hammer hielt sich ein wenig zurück, damit es den Anschein erweckte
er habe den Witz nicht verstanden. Aber Hammer war sich fast sicher, daß
Troch nicht der einzige war, dem das nicht klar war, doch er war der
einzige gewesen, der dumm genug war diese Frage zu stellen. "Ihr Einwand
ist gewiß berechtigt. Aber wir müssen sicherstellen, das die Proben
unverfälscht sind. Sie werden sich also noch heute Nacht nach Seevetal
begeben. Für Ausrüstung ist gesorgt. Wenn alles glattgeht werden sie in
Kürze ihr restliches Honorar erhalten." "Entschuldigen sie wenn ich sie
unterbrachen, aber was ist mit magischer Rückendeckung?" Der Einwand kam
von Hedgehoc, der die ganze Zeit still bei T.D. und Hammer in der Ecke
gesessen hatte.
"Ich kann sie beruhigen. Meine Assistentin wird sie begleiten. Sie ist
magisch aktiv und sie wird auch die Wasserproben entnehmen. Sie haben
nur dafür zu sorgen, das sie heil rein und wieder raus kommt."
Damit war die Besprechung beendet. Mr. Johnson verließ vor ihnen das
'Flintstone' während seine Assistentin, die sich als Frau Schmidt
vorstellte ein paar Einzelheiten klärte. Hedgehoc und Dart sollten ein
Erkundungsteam stellen, während Torch und Watt ihnen dicht auf dem
Fersen bleiben sollten.
Watt würde für die elektronischen Sicherheitsanlagen Verantwortlich sein
bzw. für deren nicht funktionieren. Hammer würde für die physikalische
Sicherheit von Frau Schmidt sorgen während sie für die astrale
Sicherheit der Gruppe sorgte. T.D. würde im Wagen warten, während die
anderen in das Gebäude eindrangen. Als alles soweit besprochen war und
Frau Schmidt das Gefühl hatte das jeder den Plan verstanden hatte
brachen sie auf. Hammer hatte sie in der Beziehung richtig leiden lassen
in dem er immer wieder Rollen, Namen und die ganzen Pläne verwechselte.
Manchmal genoß er die Rolle vom dummen Ork zu sehr. Hedgehoc schien
sich jedoch gut zu amüsieren, während T.D. immer noch nicht zu wissen
schien, was sie von dem Ork zu halten hatte.
Zusammen mit Frau Schmidt gingen den Shadowrunner zu einem Landrover Modell 2046 mit dem sie in eine ruhigere Gegend fuhren. Frau Schmidt bestand darauf selber zu fahren während T.D. neben der ungeriggten Frau Schmidt sich sichtlich unwohl zu fühlen schien. Hammer verbrachte die den grössten Teil der Fahrt schweigend, während Dart, Watt und Torch sich die ganze Zeit lebhaft unterhielten. Ihr Hauptgesprächsthema waren ihre vorherigen Heldentaten und wie einfach der vor ihnen liegende Job doch voraussichtlich werden würde. f
In einem verlassenen und ruhigen Teil des Stadtteils Rotherort hielt
Frau Schmidt hinter einem Renault-Fiat Eurovan an. Die Türen des
Landrovers wurden geöffnet und Hammer konnte die kühle Nachtluft
riechen.
Er hatte während der Fahrt in dem stickigen Wagen seinen verstärkten
Geruchssinn so weit wie möglich heruntergefahren, so daß ihn die
Körpergerüche der anderen nicht allzusehr gestört hatten.
Doch jetzt nahm er einen tiefen Zug um den letzten Rest der verbrauchten
Luft aus dem Landrover aus seinen Lungen zu drücken. Frau Schmidt ging
zielstrebig zu dem Eurovan und öffnete die Fahrertür und verschwand im
Hinteren Teil des Wagens, der zum Camper umgebaut worden war. Von innen
öffnete sie die Tür an der Seite des Wagens und bat Hammer und Torch
zwei Kisten aus dem Inneren des Wagens zu holen. Wie sich herausstellte
enthielten die Kisten die angekündigten Waffen und Munition. Die
Shadowrunner wurden von Frau Schmidt angewiesen sich je eine der Waffen
und 2 volle Munitionsclips zu nehmen. Nur T.D. erhielt keine Waffe, da
sie den Wagen fahren sollte. Während die Messerklauen sich die Waffen
genauer ansahen wie Frau Schmidt T.D. in die Riggerkontrollen des Wagens
ein. Die Waffen waren Ingram Warrior MPs, von denen jede fabrikneu
schien. Die waren auf jeden Fall noch nicht eingeschossen worden. Die
Munition schien jedoch einwandfrei zu sein. Frau Schmidt bestand darauf,
das nur diese Waffen verwendet werden durften, ausser in absoluter
Lebensgefahr. Wobei ihr klar war, das die Runner in einer Situation wo
ihr Leben wirklich in Gefahr war sich an die Anweisung sowieso nicht
gehalten hätten. Überleben war ihnen wichtiger als die Anweisung eines
Johnson. Hammer fand es doch etwas merkwürdig, das die Waffen in einem
so ungeschützten Fahrzeug in so einer Gegend lagerten. Deshalb sah er
sich den Wagen noch einmal per Infrarotsicht an und siehe da der
Motorblock des Wagens wies noch Restwärme auf. Zwar nicht sehr viel,
aber jedoch genug um seine Vermutung zu bestätigen. Der Wagen war
rechtzeitig zu dem Abholen der Waffen aufgetaucht und Hammer war sich
sicher, daß er, nachdem sie die Waffen jetzt hatten, wieder verschwinden
würde. Das alles ließ auf eine wirklich straff geführte Organisation
schliessen. Diese Oekoterroristen schienen sich von den üblichen Green
War Aktivisten zu unterscheiden. Ob das gut oder schlecht war, das
sollte sich noch herausstellen.
Sie setzten die Reise in dem Landrover fort. Während sie über den Theodor-Storm-Damm fuhren wurde im Verkehrsfunk zwar von einem Hovercraft Ueberfall berichtet, aber sie wurden davon nicht betroffen. Das Gelände der Pumpstation befand sich schon ausserhalb der besiedelten Gegend. Ihr Plan war mit dem Rover in einen, etwa einen halben Kilometer vor dem Gelände liegenden, Waldweg zu fahren. Auf diesem würden sie das Areal zu einem viertel umfahren und dann des Landrover verlassen. Hedgehoc und Dart würden das Vorausteam bilden. Sie würden sicherstellen, das keine Wachen in der nähe der Stelle waren, wo sie den Zaun durchbrechen wollten. Watt und Torch würden den beiden folgen und dann, wenn das Gelände soweit sicher war, den Zaun durchbrechen. Als letztes würden Hammer mit Frau Schmidt die Anlage erreichen. Währenddessen würde T.D. mit den Landrover auf sie warten. Wenn alles glatt lief, würden sie das Gelände in umgekehrter Reihenfolge wieder verlassen.
Der ganze Run schien so einfach zu werden, wie es von Anfang an
ausgesehen hatte. Hedgehoc trafen auf keine nennenswerten Probleme, so
daß Watt wie vorgesehen, das Sicherheitssystem des Zaunes überwinden
konnte.
Hammer und Frau Schmidt kamen als letzte auch ungeschoren auf das
Gelände der Pumpstation. Geduckt sprintete Hammer vom Loch im Zaun,
durch welches er gerade gekrochen war, zu der schützenden Wand der
Pumpenhalle. Das Gebäude war etwa 10 Meter hoch und mindestes 5 mal so
lang. Aber an dieser Seite gab es keine Türen. Frau Schmidt erklärte
ihnen, das es nur 3 Eingänge auf der Seite, die dem Wachhaus gegenüber
lag, gab. Die Gruppe der Schattenläufer bewegte sich nun gemeinsam
Richtung Süden, zu der Ecke des Gebäudes, von der aus sie das Wachhaus
sehen konnten. Der Plan sah vor, das ihre Frau Schmidt für sie einen
Unsichtbarkeitszauber wirken würde, so daß sie von den Wachen nicht
bemerkt werden würde. Zuerst wurde Watt mit einem Unsichtbarkeitszauber
versehen, da er das Sicherheitssystem der Tür lahm legen sollte. Kurz
darauf wurde auch ihre Frau Schmidt unsichtbar. Hammer hörte ein paar
leise Schritte um die Ecke gehen und glaubte manchmal die Umrisse eine
Gestalt zu erkennen, ansonsten waren die beiden verschwunden.
Kurze Zeit später erschien ihre Frau Schmidt wieder. Sie sagte sie würde
nun sie alle der Reihe nach Unsichtbar machen, dann würde der
Unsichtbare in das Pumpenhaus gehen und dort wieder sichtbar werden.
Danach würde der nächste an die Reihe komme bis alle drinnen waren.
Bis auf Torch kamen alle ohne Probleme in die Halle. Torch hingegen
flippe hingegen völlig aus. Er lief vor das Wachhaus und schnitt dort
Grimassen.
Zum Glück konnte Frau Schmidt ihn wieder schnell zur Räson bringen, ohne
das die entdeckt wurden. Ihr nächstes Ziel war ein Fahrstuhl, der Frau
Schmidt und Hammer in eine unterirdische Kaverne bringen sollte. Dank
Watts technische Fähigkeiten konnte Hammer und Frau Schmidt den
Fahrstuhl benutzen ohne daß die Leute in der Schaltwarte etwas davon
mitbekamen.
Die Kaverne war Rund und hatte eine Flache Decke aus Stahlbeton. Vor
ihnen lagen einige Tausend Kubikmeter bestes Trinkwasser, jedenfalls
nach den Angaben der HWW. Doch sie waren heute hier um das zu
überprüfen. Der Fahrstuhl hatte sie zu einer Plattform etwas 2 Meter
über dem Wasserspiegel geführt. Um zur Wasseroberfläche zu gelangen
musste man eine Leiter herunterklettern, die in den das Becken hinab
führte. Frau Schmidt begann, nachdem sie Hammer versichert hatte, das es
nicht notwendig war mit zu kommen, die Leiter hinunter. Als sie an der
Wasseroberfläche angelangt war zog sie anscheinend ein paar
Reagenzgläser aus einer Tasche und füllte jedes mit einer Probe des
Wassers aus dem Becken. Dann begann sie wieder mit dem Aufstieg zur
Fahrstuhlplattform. Als sie jedoch etwas drei viertel des Weges
zurückgelegt hatte hörte Hammer Schüsse aus der über ihnen liegenden
Maschinenhalle. Frau Schmidt beschleunigte ihren Aufstieg und beide
fuhren sofort mit dem Fahrstuhl wieder nach oben.
Das erste was Hammer erkennen konnte war eine Gestalt die in einer sich
rasch ausbreitenden Blutlache lag. Offenbar war es einer der
Schattenläufer.
Es schien als hätte Dart nicht die Reflexe gehabt die ihn auf der Straße
nachgesagt wurden. Jedenfalls hatte er eine volle Ladung einstecken
müssen und würde sich nicht wieder bewegen. Neben ihm brüllte Frau
Schmidt einige Befehle zu den verbliebenen Schattenläufern.
Rückzug war angesagt. Die Schattenläufer konnten sich zwar gegen die
Wachen, welche die Anlage normalerweise verteidigten gut behaupten, aber
sobald die Hanse Security auftauchte waren die Runner nichts weiter als
Hundefutter.
Hedgehoc meldete, daß er den Rest der Wachleute, die sich im Lagerhaus
aufhielten, erwischt hatte. Die Wachleute waren vielleicht besser
ausgebildet, besser bewaffnet und in der Überzahl, dafür waren die
Schattenläufer besser motiviert - nichts motiviert besser als die Sorge
um das eigene Leben - und erfahrener. Der Vorteil lag ganz klar bei den
Schattenläufern. Frau Schmidt hatte sich unterdessen mit T.D. in
Verbindung.
Obwohl der Plan keine Kämpfe enthalten hatte, bewies T.D. Initiative und
raste bereits in dem Landrover auf das Haupttor zu. Da der Landrover
aber nur schwach gepanzert war konnte sie nicht das Tor nicht
durchbrechen.
Frau Schmidt schien auch schon anderes, als nur Schreibtischarbeit, gemacht zu haben, denn sie organisierte schnell den Flucht. Hedgehoc und Watt öffneten das Haupttor durch das gelegentlich grössere Fahrzeuge in die Maschinenhalle hinein fuhren, während Hammer und Torch das Wachhaus durch das geöffnete Tor unter Feuer nahmen. Wie Wachmannschaft hatte sich ihrerseits im Wachhaus verschanzt und hinderten die Shadowrunner am verlassen der Halle. Eine gefährliche Pattsituation war erreicht. Wenn die Runner die Maschinenhalle nicht bald verliessen, dann würde Verstärkung eintreffen. Andererseits war zwischen dem Wachhaus und der Halle eine Todeszone entstanden die sich keiner, der bei klarem Verstand war, gehen würde.
"Verdammt", dachte Hammer, der nur ganz knapp von einer Salve verfehlt
worden war, "wenn das so weiter geht dann können uns bald einsagen
lassen!"
Der Beschuß der Schattenläufer hatte, trotz der Verstärkung durch
Hedgehoc und Watt, keine sonderlichen Erfolg. Das Wachhaus war sehr
solide gebaut und die Wachläufe steckten ihre Köpfe nur gelegentlich
heraus um sicherzustellen, das die Schattenläufer das Gebäude nicht
verlassen konnten. Hammer blickte in die Richtung wo die Salve gerade
eben eingeschlagen war und er konnte Frau Schmidt sehen, die
zusammengesunken auf dem Boden lag. Hammer wollte gerade aufspringen und
zu ihr rennen. Als sie sich wieder bewegte. Sie wirkte unverletzt und
schlich zu Hammer herüber. "Was war denn los?", fragte Hammer. Doch er
erhielt keine Antwort.
Jedenfalls keine direkte. Frau Schmidt war viel zu beschäftigt damit das
Wachhaus in die Luft zu jagen. Oder vielmehr es in Schutt und Asche zu
legen. Die Wachleute versuchten noch in Sicherheit zu bringen, als die
grosse Flammenkugel auf das Wachhaus zuraste, doch es schaffte keiner.
"Verdammte Magier!", dachte Hammer so bei sich, doch er war froh
darüber, das diesmal einer auf seiner Seite stand.
Die ganze Gruppe ging hinüber zu dem brennenden Wachhaus. Der Gestank von verbranntem Fleisch lag schwer in der Luft. Bei der Einsatzbesprechung hatte es war noch von einigen Wachen in der Schaltzentrale die Rede gewesen, doch diese schienen die Tumult auf dem Gelände nicht zu bemerken - oder nicht bemerken zu wollen. Jedenfalls dauerte es nicht lange bis T.D. kam um die anderen aufzulesen.
Der Rest der Flucht verlief fast zu glatt. Die Einsatzkräfte, die zu
Pumpstation unterwegs waren, fuhren zwar an ihnen vorbei, zeigten aber
kein Interesse für den Landrover. T.D. fuhr den Rover noch über den
Theodor-Storm-Damm, bis Frau Schmidt sie anwies an die Seite zu fahren.
Während Hammer sich versuchte zu orientieren, schienen die anderen zu
Wissen wo sie waren oder es interessierte sie schlicht und einfach
nicht.
Sie machten eine kurze Pause um sich die Beine zu vertreten. Es war
irgendwie eine betretene Stimmung. Sie hatten die Sache fast vermasselt
und ein Mitglied des Teams war tot. Nicht das Hammer ihn gekannt hätte,
so ging es den meisten, aber dennoch war er ein Shadowrunner gewesen,
ein Kamerad. Frau Schmidt fuhr den Rest des Weges zurück zum Flintstone.
T.D. war zwar nicht glücklich mit der Entscheidung, aber die Riggerin
musste sich fügen, was ihrer Laune sehr abträglich war - jedenfalls
soweit Hammer dies beurteilen konnte. Sie hielten in der Straße hinter
dem Flintstone neben seinem altem VW TT50 und Frau Schmidt verteilte die
Kredstäbe auf denen der Rest des Honorars war. Das Geld hob die
Stimmung schlagartig, denn die meisten konnten endlich wieder die Miete
bezahlen oder sich etwas essbares leisten (OK, Ratten kann man auch
essen, aber wer weiß, was die Sprawlratten so an Krankheiten mit sich
schleppen??)
"Hey Chummer, und jetzt klären wir das mal mit der 9ten!". Hedgehoc schlug mit der Hand auf Hammers Rücken, während dieser damit beschäftigt war, sich ein letztes Bild von dem Landrover zu machen, während dieser um die nächste Ecke bog. "Häh, wa??", antwortete Hammer, der schon fast von sich selbst überrascht war, wie sehr ihm die Rolle des tumben Orks in Fleisch und Blut übergegangen war. "Du hast da vorhin so ein paar Sachen angedeutet, über die wir mal reden sollten ...."
Den zweiten Teil der Wasserkriege findet Ihr im Runners Place und auf meiner eigenen Shadowun Seite.
© by Niclas Meier ,
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