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Wasserkriege Part II

Hier kommt der zweite Teil meiner Geschichte Wasserkriege. Im ersten Teil erlebte Hammer seinen ersten Run in Hamburg seit langer Zeit. Alles läuft glatt, so sieht es jedenfalls zuerst aus ....

Irgendwann, wird es hoffentlich einen dritten Teil der Wasserkriege geben, doch versprechen kann ich nichts. Im Moment ist die kreativität nicht mein Problem, sondern eher die Zeit, da ich durch mein Studium stark eingenommen bin. Aber laßt den Kopf nicht hängen ich werde mich bemühen den dritten Teil bald anzufangen.

Niclas Meier




Vorspiel

Das Wasser rann an seinem Körper herunter und er spürte wie seinen Hände seinen erwachten Körper wuschen. Hammer ertappte sich immer noch dabei, wie er manchmal seinen erwachten Körper im Spiegel betrachtete. Es war als könne der kleine Junge in ihm es immer noch nicht fassen, daß er nun nicht mehr ein Mensch war sondern etwas anderes. Etwas, das die Menschheit Ork getauft hatte. Er hatte es nie wirklich akzeptieren können, wie mit ihm viele Tausende, die sich auch verwandelt hatten.

Hammer stellte das Wasser ab und stieg aus der Duschkabine und nahm sich eines der sündhaft flauschigen Handtücher. Das Hotel in dem er nun residierte gehörte nicht zu den Spitzenhotels, dieser Welt, doch der Luxus den er nun genoß war weit mehr als das was er in der letzten Zeit gehabt hatte.

Die Flucht über den Atlantik hatte ihn viel gekostet. Die falschen Identitäten waren nicht billig gewesen und der Überfahrt hatte einen großen Teil seiner Ersparnisse gekostet. Aber es war auf jeden Fall besser als Lebenslänglich im Knast oder die Todesstrafe.

Der größte Verlust waren jedoch seine Kontakte. In Denver kannte er sich aus und er kannte die Leute, welche einem das Leben als Schattenläufer überhaupt ermöglichten. Hier in Hamburg, welches einmal sein zu Hause gewesen war, hatte er kein Netz auf das er sich verlassen konnte. Er kannte zwar einige alte Bekannte doch ihre Nützlichkeit mußte sich erst noch herausstellen. Vor seiner zweifelhaften Karriere als Schattenläufer war er viel unterwegs gewesen und es viel ihm auch nicht schwer sich an neuen Orten zurecht zu finden und dennoch seit er in die Schatten untergetaucht war wußte er wie wichtig Ortskenntnisse waren.

Nach der gestrigen Nacht hatte er sich ein Zimmer in einem Stundenhotel genommen und dort geduscht und sich frisch gemacht um sich danach in seinen guten Anzug zu schwingen. Danach hatte er seinen Volkswagen TT50, welcher immer noch den Dreck der Nordamerikanischen Plains auf seinem Lack trug, auf einem bewachten Parkplatz abgestellt und die Miete für eine Woche im voraus bezahlt. Nach einem ordentlichen Trinkgeld hatte er Parkplatzwächter ihm bereitwillig ein Taxi gerufen mit dem er dann in dieses Hotel gefahren war.

Der Portier hatte, nach dem die Liquidität von dem Monster im Anzug geprüft worden war, Hammer bereitwillig ein Zimmer gegeben. Der Portier hatte eine gute Vorstellung geliefert aber der Rassismus des Mannes war ihm dennoch aufgefallen. Orks und Trolle waren nach der Volksmeinung keine Bereicherung der menschlichen Rasse im Gegensatz zu den Elfen - dem schönen Geschlecht. Nur Zwerge nahmen in diesem Spiel eine Mittelstellung ein.

Dies war auch der einzige Grund für seine Zwischenstation in dem Stundenhotel gewesen. Ein Mensch oder Elf konnte verdreckt in Straßenleder in ein Hotel dieser Klasse kommen, wenn der Ebbie gedeckt war, dann war ihm ein Zimmer sicher. Ein Ork oder Troll würde im besten Fall ein tritt in den Hintern bekommen im schlimmsten Fall würde der besorgte Hotelier Lone Star - oder wie auch immer sein Pendant in Hamburg hieß - rufen und den betreffenden Inhaftieren lassen. Dieser konnte dann dem Lone Star Verhörspezialisten erklären wie er an diesen Fetten Kredstab gekommen war.

Hammer lebte schon zu lange in dieser Haut um sich über solche kleinkarierten Menschen zu ärgern. Er hatte sich speziell für diesen Fall ein paar sehr gute schauspielerische Masken zugelegt die er immer dann aufsetzte, wenn es ihm paßte. Für den Mr. Johnson von gestern war er der typische dummer Straßenork gewesen und für den Hotelier der ungeliebte aber dennoch wohlhabende Gast - und letztlich siegt immer die Gier über die Vorurteile. So sah jeder das, was sehen er wollte.

Hammer gestattete sich noch ein paar Minuten im Bad und zog sich dann an um sich mit Hedgehoc zum Lunch zu treffen. Sie wollten sich in der Bar des Hotels treffen um dann zusammen ein gutes Restaurant auszusuchen. Hedgehoc hatte ihm angeboten bei der Suche nach einer Wohnung behilflich zu sein, da Hammer in Hamburg noch nicht auf sicherem Parkett stand hatte er das Angebot dankend angenommen.

Die andere Seite

Micha war als er noch beim Militär war immer früh aufgestanden. Er erinnerte sich noch an die ersten Tage, die in der Beziehung sehr Hart für ihn waren, da er sonst immer ein Langschläfer gewesen war. Doch nun hielt er an der Gewohnheit fest und nutzte den Morgen für ein wenig Sport.

Micha ließ die Gedanken schweifen während die altvertrauten Figuren das Tai Chi durch seinen Körper liefen. Die gestrige Nacht hatte auch ihn wieder mit Adrenalin und EC’s versorgt. Dennoch füllte ihn das Schattenlaufen nicht aus. Es fehlte ihm immer noch ein Sinn in seinem Leben nicht nur eine Beschäftigung. Micha überkam wieder die leere, die ihn so oft nach einem Shadowrun heimsuchte. Als er mit dem schattenlaufen begonnen hatte, war es für Ihn ein gutes Mittel gewesen der Gesellschaft und den Konzernen das heimzuzahlen, was sie in Michas Augen an ihm verbrochen hatten. Doch nach einiger Zeit hatte er begriffen, das nur er für seine Situation verantwortlich war. Sie hatte ihm sehr dabei geholfen. Doch Micha wagte nicht weiter an Shadow zu denken, da er ganz genau wußte wohin das führen würde. Nachdem sie ihn verlassen hatte kam dieses Gefühl der Leere. Er versuchte dieses Gefühl mit zusätzlicher Schattenarbeit zu verdrängen und dennoch war es nicht von ihm Gewichen. Wenn er auf der Jagt war, dann wurde es zwar von seinen Jagdinstinkten verdrängt, doch nur um nach dem Schattenlauf um so stärker zurück zu kehren.

Micha näherte sich dem Ende seiner Tai Chi Serie und versuchte seine Gedanke wieder frei von der Vergangenheit zu machen und sich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet ihm, daß er noch etwas 2 Stunden Zeit hatte um zu seiner Verabredung mit diesem verrückten Ork zu kommen. Er hatte ihn Gestern während des Schattenlaufes kennengelernt und nachdem Sie sicher zurück gekehrt warten hatten Sie in dieser komischen Bar noch ordentlich einen drauf gemacht und dabei über die alten Zeiten geredet. Beide hatten als Soldat gedient und später auch als Söldner gearbeitet. Doch leider wurde der Markt der echten Kriege immer kleiner, so daß viele Söldner in die Schatten ab getaucht waren.

Da Hammer neu in der Stadt war hatte Micha sich angeboten ihm bei der Wohnungssuche zu helfen. Dazu wollten sich die beiden in Hammers Hotel treffen, als Mi cha jedoch hörte welches Hotel der Ork sich ausgesucht hatte staunte er nicht schlecht allein die Vorstellung, daß ein Ork mit Kriegshammer in die Lobby dieses Kasten spazierte und nach einem Zimmer fragte war schon köstlich. Micha hatte zwar versucht Hammer zu erklären war für ein Hotel das von ihm gewählte war, doch hatte dieser nur sein dümmstes Orkgrinsen aufgesetzt und gesagt:

"Null Problemo!"

Verwandlung

Das Taxi hielt vor dem Eingang des "Hansestadt Hamburg" und Micha stieg aus. Die Fassade aus Chrom und Glas ließ nur ein wenig es luxirösen Inneren erahnen. Das Hotel war zwar nicht das beste in Hamburg ab ganz eindeutig gehörte es zu der Oberklasse. Micha warf noch einen Raschen Blick auf die Umgebung, doch er konnte weder Hammer noch seinen Wagen entdecken, also machte er sich auf den Weg ins innere. Ein Türsteher öffnete die Tür, noch bevor Micha die Gelegenheit dazu hatte. Das geschulte Auge konnte die Teilweise eckigen Bewegungsabläufe erkennen, die auf cybernetische Reflexbooster deuteten. Mit Sicherheit war der Türsteher auch bewaffnet, doch seine Uniform war so gearbeitet, das man keine Waffe entdecken konnte.

Die Bar war leicht zu finden und zu diesem Zeitpunkt noch nicht sonderlich gut besucht, dennoch konnte Micha Hammer nicht entdecken, also beschloß er sich am Empfang zu erkundigen ob der Ork es wirklich geschafft hatte sich hier ein Zimmer zu besorgen.

Am Empfang war ebenfalls nicht viel Betrieb. Zwei Mitarbeiter - ein Mann und eine Frau - versuchten sich mit Händen und Füßen mit einem Gast zu verständigen. Offenbar waren sie dabei herauszufinden, welche Sprache der betreffende Sprach um dann den Entsprechenden Linugachip zu benutzen. Doch der Gast schien einen so seltenen Dialekt zu benutzen, daß die beiden einen eher Verlorenen Eindruck machten.

Micha wandte sich an die zweite Empfangsdame, die gerade mit einem Computer beschäftigt war.

"Entschuldigung, ich hätte da mal eine Frage."

Die Frau sah von ihrem Computer auf und setzte Ihr Was-Willst-Du-Idiot-Siehst-Du-Nicht-Das-Du-Störst- Aber-Ich-Muß-Immer-Höflich-Sein-Gesicht auf und kam zu Micha herüber.

"Was kann ich für Sie tun?", frage sie in einem seidenglatten Tonfall

"Ich bin auf der Suche nach einem Bekannten der in Ihrem Haus abgestiegen ist. Ich habe ihn gestern Abend kennen gelernt und wir wollten uns heute hier Treffen. Mein Problem ist kenne nur seinen Spitznamen und ich glaube nicht das dieser in Ihrer Datenbank verzeichnet ist. Das einzige was ich Ihnen sagen kann ist, das er ein Ork ist und gestern Nacht bzw. Heute Morgen angekommen ist."

Die Stirn der Frau legte sich ein wenig in furchen. Sie tippte etwas auf dem Display am Empfang und sagte:

"Es ist bei uns nicht üblich die Daten von Gästen nur auf Grund von so wagen Äußerungen weiterzugeben. Es Tut mit Leid!". Der Ton war nun eine Spur frostiger geworden dennoch wandte sich die Frau nicht ab, sondern sah ihn weiter an. Also ließ Micha seine Hand in die Tasche Gleiten um einen 100 EC Schein hervorzuholen. Die Augen der Frau folgten der Bewegung und Micha glaubte ein kurzes Aufblitzen erkennen zu können als die Frau das Geld sah.

Er kam jedoch nicht mehr dazu etwas zu sagen, da sich eine Hand auf seinen Rücken legte und ihn langsam aber unwiderstehlich herumdrehte. Micha hatte sehr viel Mühe damit sich zu beherrschen, die Cyberware in seinem Körper lief an und wollte das er die vermeintliche Bedrohung eliminierte. Dennoch gelang es ihm die Beherrschung zu bewahren obwohl seine Cyberware schon auf vollen Touren lief.

Erst nach einigen Augenblicken, nachdem er es endlich geschafft hatte seine Cyberware zum schweigen zu bringen realisierte Micha, das Hammer vor ihm stand.

Der Ork hatte sich ganz enorm verändert. Anstatt seiner Fransenlederjacke und den ausgewaschenen Jeans trug er nun einen Makellosen Geschäftsanzug. Auch seine Augen hatten sich verändert. Die kalte Goldene Iris war durch Kontaktlinsen in normale blaue Augen verwandelt worden. Das einzige was darauf hindeutete, das Hammer vercybert war, waren die Chip- und Datenbuchsen, welche am Vorabend durch ein Kopftuch verborgen waren. Dieser Ork hatte wenig mit dem zu tun, der Gestern in das Hinterzimmer des "Flintstone" gekommen war.

"Hi, schön dich zu sehen", sagte Hammer, während er Micha vom Empfang weg lotste. Die Empfangsdrohne war wahrscheinlich Sauer, das ihr das ‘Trinkgeld’ entgangen war, aber wen interessierte das schon.

Dicke Luft

Micha hatte ein kleines Restaurant ausgewählt. Er schätzte das "Michelangelo" wegen seiner Diskretion, man konnte sich in Ruhe über Dinge unterhalten, die eine gewisse Diskretion benötigten. Außerdem waren die Portionen sehr üppig und Michas aufgepeppter Körper verbrauchte eine Menge Kalorien.

Sie benutzen zwei Taxis dazu um zu dem "Michelangelo" zu kommen. Das erste Taxi brachte sie zu einem Bootsanleger, wo diverse Wassertaxis sich darum bemühten Sie zum "Michelangelo" zu bringen, welches in der Innenstadt und somit auch im Wasser lag.

Das "Michelangelo" an sich war in einem alten Gebäude untergebracht, doch offensichtlich versuchte man die Bausubstanz zu erhalten, was in dem Wasser der Elbe nicht gerade einfach war. Innen war das Haus sehr verschachtelt, so daß es keinen großen Speiseraum gab, sondern eine ganze Reihe kleiner, die alle sehr diskret waren.

Auf der Fahrt hatten Hammer und Micha nicht viel Gesprochen und wenn, dann nur über Belanglosigkeiten. Selbst das Thema der wundersamen Verwandlung des Orks, vom Raubtier des Straßendschungels zum Raubtier des Finanzdschungels, das beim Mittagessen über 7.62 Millionen NuYen Verträge entschied, anstatt es sich mit einer Kugel zusammen zu stehlen, vermachte keine rechtes Gespräch zu entfachen.

Hammer erklärte Micha, daß es eine Art von Spiel war, das er seit einigen Jahren spielte, eine Art Urlaub von Ich mit dem er der Rest der Welt an der Nase herum führte.

Als sie im "Michelangelo" ankamen, wurden Sie von dem Maitre in einen kleinen Speiseraum geführt. Der Raum war geschmackvoll eingerichtet und bot für 6 Personen Platz, so das sie zu zweit mehr als genug Platz hatten. Nachdem sie einen Aperitif bestellt hatten verschwand der Maitre und Micha und Hammer setzten sich an den Tisch.

Hammer griff in die Innentasche seines Anzuges und holte ein kleines Gerät. Eine Grüne Leuchtdiode am oberen Rand des Gerätes signalisierte, daß das Gerät aktiviert war.

"Es tut mir Leid, daß ich mich heut Morgen so geheimnisvoll gegeben habe", begann Hammer," aber es schien mir nötig zu sein. Ich habe heute morgen einen Anruf von einem Freund bekommen. Er sagte, daß ein paar sehr finstere Typen auf der Suche nach mir wären. Außerdem riet er mir einmal einen Blick in die Zeitung zu werfen und dort habe ich ein paar sehr beunruhigende Neuigkeiten gelesen."

Micha bickte Hammer fragend an.

"Du hast anscheinend noch nicht in die Zeitung gesehen?"

"Tut mir Leid, aber ich bin noch nicht dazu gekommen. Den Zeitungen konnte ich noch nie viel abgewinnen und Radio oder Trid hab’ ich heute noch nicht gehört." Micha begriff nicht genau, was der Ork erreichen wollte.

Hammer griff erneut in die Innentasche, diesmal jedoch auf der anderen Seite der Jacke. Zum Vorschein kam ein Handelsüblicher Taschencomputer. Es war nicht mehr das neuste Modell und auch das stark zerkratzte Gehäuse zeugt von dem alter des Gerätes. Hammer klappte den Taschencomputer auf und auf dem Display baute sich ein Text auf. Micha nahm den Taschencomputer an sich und las den Text:

">>> Newsflash <<<

Gestern in den späten Abendstunden startete GreenWar eines seiner gefährlichsten Attentate. Ziel war eine Trinkwasser Versorgungsstation der Hamburger Wasserversorgung AG im Süden Hamburgs. Der gestrige Überfall hat ein neues unglaubliches Kapitel des Terrors in unserer Stadt eingeläutet. Die Terroristen begnügen sich nicht mit einigen Toten, sie haben es nun auf eine gesamte Stadt abgesehen. Einige Attentäterter der Terroristen sind in unterirdische Kavernen eingedrungen in denen eine große Menge Wasser zwischen gespeichert wird um bei Bedarfsspitzen in das Leitungsnetz der Hansestadt eingespeist zu werden. Das Wasser wurde mit einer chemischen Substanz vergiftet, die bei Kontakt mit der Haut in den Körper eindringt und binnen weniger Tage zu einem Qualvollen Tod führt. Nur ein mutiger Sicherheitsmann bewahrte viele hunderttausende von diesem barbarischen Anschlag...."

Der Schock stand Micha ins Gesicht geschrieben. Der Rest des Artikel befaßte sich mit dem Lebenslauf des Tapferen Sicherheitsmannes und dem mutigen Einsatz der Sicherheitsmannschaft, welche die Terroristen in die Flucht geschlagen hatte. Mit bedauern wurde erwähnt das alle Terroristen lebend entkamen aber die Wachleute einige Verluste hinnehmen mußten. Dann wurde noch das Gift welches die Techniker der HWVAG im Wasser gefunden hatten und wieder wurde die heldenhafte Leistung des Wachmannes hervorgehoben.

Fast schreckhaft schloß Micha den Taschencomputer als ein Ober mit den gewünschten Aperitifs und den Speisekarten eintraf.

Micha gab das Gerät an Hammer zurück, der sich an das Fenster gestellt hatte um das rege Treiben auf Hamburgs (Wasser-)Straßen zu beobachten. Micha warf ebenfalls einen kurzen Blick aus dem Fenster. Doch während Hammers Blick sich ruhig mit dem Treiben beschäftigte hatte Michas Blick etwas gehetztes an sich. Wie der eines Tieres auf der Flucht.

"Schöner Drek", fluchte Micha.

"Tut mir Leid, wenn ich dir den Tag versaut hab’", kommentierte Hammer trocken.

Die beiden kehrten schweigend an den Tisch zurück und begannen sich mit den Speisekarten zu befassen. Man konnte die Gedankenenergie förmlich knistern hören. Beide hatten den Blick auf die Speisekarte gerichtet, doch innerlich waren Sie mit anderen Dingen beschäftigt. Nachdem Sie ihre Bestellung gemacht hatten brach Hammer das Schweigen.

"Ich kannte mal jemanden, der sich in der Ökoszene sehr stark engagiert hatte. Ich weiß nicht ob es diese Person hier noch gibt. Aber ich denke das er uns helfen könnte, wenn er noch am leben ist."

"Du kennst deutsche Ökoterroristen", fragte Micha.

"Naja, ich bin ziemlich weit ‘rum gekommen." Hammer setzte ein verschwörerisches Grinsen auf, doch die Spannung blieb bestehen.

"Woher weißt du auf welcher Seite er steht?"

"Das der Schwachpunkt bei der Sache. Ich weiß nicht was er Treibt, auf welcher Seite er steht oder ob er noch lebt. Aber ich glaub’ er ist unsere beste Chance."

Micha verzog das Gesicht, mußte Hammer jedoch zustimmen.

"Aber das ist nicht unser einziges Problem," fuhr Hammer fort," irgend jemand stellt verstärkt fragen nach mir. Mein kleiner ‘Urlaub’ im ‘Hansestadt Hamburg’ hat sich vielleicht doppelt bezahlt gemacht, da ich kaum aufzuspüren war. Wer würde meiner einer schon in dem Schuppen vemuten", diesmal konnte das Grinsen des Orks die Stimmung etwas auflockern. Micha erinnerte sich daran, wie er sich Hammer mit Hammer am Empfang ausgemalt hatte.

"Hmm, ich denke du hast recht. Dein geheimnisvoller Verehrer ist bestimmt wegen der gestrigen Geschichte an dir interessiert. Es wäre schon wichtig zu wissen wer das ist und was er will."

Die beiden wägten während des Essens einige Vorgehensweisen gegeneinander Ab und beschlossen dann sich mit Hammer Ökoaktivisten zu treffen. Vorher wollten sie sich jedoch mit T.D. in Verbindung setzten da Sie genau wie Hammer und Hedgehoc betroffen war. Außerdem war es an der Zeit für die beiden sich einen Sicheren Unterschlupf zu suchen, da bald die ganze Stadt hinter Ihnen her sein würde.

Ärger

T.D.’s Telekom war zur Zeit nicht aktiv, also beschlossen Hammer und Hedgehoc zu ihr zu fahren, jedoch erst nachdem Sie Hammers Habseligkeiten von dem gemieteten Parkplatz zu holen. Die beiden hatten zwar jeder eine Pistole bei Sich, aber beide würden Sich erst wieder sicher fühlen, wenn Sie in Ihr Straßenleder geschlüpft waren.

Als sie mit einem Taxi den Parkplatz erreicht hatten ging Hammer zu dem kleinen Container, in dem der Parkplatzwart saß. Dort waren auch die Monitore für die Kameraüberwachung. Im Moment war nicht viel betrieb, so daß sich ein gelangweilter jugendlicher, in einem Sessel fletzte und gelegendlich einen Blick auf die Monitore warf. Hammer erinnerte Sich noch an den muffigen Geruch als er hier die Miete für den Parkplatz hinterlegt hatte, doch jetzt lag noch ein anderer pentranterer Geruch in der Luft.

Hammers Versuch ein Teil von der Wochenmiete zurück zu bekommen, war vergeblich der rotzfreche Knilch im Sessel war nicht zu der Rückzahlung zu bewegen. Die Argumente waren, daß nie irgend etwas zurück gezahlt würde und überhaupt. Hammer spürte wie das Adrenalin durch seine Adern pulsierte, bleib jedoch ruhig. Es wäre nicht Clever jetzt zuviel Aufmerksamkeit zu erregen.

Als der Junge aufstand um Hammer eine Chipkarte zu geben, damit der Ork die Schranke passieren konnte, fiel Hammer der Rostbraune Fleck auf dem Sessel auf. Dieser war vorhin noch nicht da gewesen. Jetzt viel Hammer auch wieder ein, an war ich dieser neue Geruch erinnerte: "Blut!"

"Was ist denn hier passiert?" Frage Hammer unverfänglich.

"Tja, dat is scheunen schiet. Einige Gangs hebt nix besseres to don, als Leute zu geeken. Schon ein beten kaumisch, de hebt noch nich mal das Gilt mitnohmen. Aber Fiete, de het Doad doa seten."

Hammer war nicht schlecht über die Gleichgültigkeit des Jungen erstaunt. Auf dem Sessel zu sitzen auf dem vor ein paar Stunden ein Mensch ermordet worden war, daß war schon Harter tobak.

Hammer traf sich vor dem Container mit Micha. Gemeinsam gingen Sie über den Parkplatz zu Hammers wagen. Während des Marsches erzählte Hammer Micha von seinem Erlebnis im Container.

"Tja, die Welt dreht immer weiter durch. Es scheint immer mehr Spinner zu geben, die am puren töten Freude haben." Micha fröstelte bei dem Gedanken. Er wußte ganz genau, wie dicht er davor war, seine Menschlichkeit zu verlieren. Seine Alpträume bezeugten dies.

Als sie den Wagen erreichten ging Hammer auf die Fahrerseite, während Micha auf der Beifahrerseite wartete, daß Hammer ihm die Tür öfnnete. Doch plötzlich blieb Hammer stehen und verharrte einen Augenblick in völliger Regungslosigkeit. Dann sah Hammer sich kurz um.

"Was ist?" Fragte Micha, der etwas verwirrt war.

"Mißtrauen, siebter Sinn, keine Ahnung, aber irgend etwas stimmt nicht."

Hammer kniete Sich auf den Boden und warf einen Blick unter den Volkswagen TT50. Dann hörte Micha, wie Hammer zu schnüffeln begann, wie ein Hund. Micha ging zu dem knienden Ork und fragte:"

"Riechst du etwas Lassie ?"

Hammer reagierte jedoch nicht auf die Frage. Er nahm aus seiner Anzugjacke das kleine Etui in dem er seine Chips aufbewarte. Nach kurzer Suche schien Hammer den Chip gefunden zu haben, nach dem er gesucht hatte. Er Steckte Sich den Chip in einen freien Slot in seinem Softlink und verstaute das Etui in seiner Jacke. Dann rutschte der Ork fast vollständig unter den Wagen.

"Schön, daß wir mal drüber gesprochen haben." Micha lehnte sich verärgert an den Kühlergrill des Wagens und wartete bis der Ork fertig war.

Als Hammer wieder unter dem Wagen hervor kam, hielt er eine rechteckige Schachtel in der Hand aus der 2 Drähte ragten.

"Und was ist das jetzt wieder?" Micha war genervt.

"Plastiksprengstoff mit einem Zünder", erwiederte der Ork trocken.

"Eine Bombe?" der genervte Unterton war plötzlich aus Michas Stimme gewichen.

"Ja, dieses kleine Schätzchen hätte uns in jenseits gepustet, wenn ich den Motor gestartet hätte"

"Also irgendwie gefallen mir die Leute nicht, die dich suchen. Aber wie bist du darauf gekommen, das die Bombe da ist?"

"Hmm, keine Ahnung Instinkt. Die Sache mit dem Parkplatzwächter hat mich irgendwie nicht in Ruhe gelassen. Warum tötet man einen Parkplatzwächter. Der ist doch selbst für einen Psychopathen keine Herausforderung, ähnlich Sinnvoll wie ein Verkäufer für Damenschuhe zu töten. Naja und meine Paranoia hat mich halt nachsehen lassen. Zuerst konnte ich nichts erkennen, doch als ich mal kurz ‘ne Nase genommen hatte, konnte ich was riechen."

"Ist Plastiksprengstoff nicht normalerweise geruchlos?", fragte Micha verwundert.

"Die guten militärischen Sachen schon, doch das Zeug hier kann man riechen. Die ganze Bombe war auch kein Wunderwerk, aber für einen Ork wie Hammer ausreichend", grinste Hammer. Seine Rolle hatte ihm anscheinend wieder einmal die Haut gerettet.

Sie verstauten die Bombe, die Hammer mit Hilfe seines Skillsoft entschärft hatte, im Wagen. Hammer verwandelte sich vom - leicht lädierten - Exec, wieder in den Ork, welchen Micha kennen gelernt hatte. Hammer hatte sogar noch eine alte Jacke für Micha. Diese war ein Wenig mit Kevlar gefüttert und würde mehr Schutz bieten, als Michas leichte Anzugjacke.

 

- * -

T.D. hatte sich erst vor kurzem eine alte Werkstatt gekauft, wo sie in aller Ruhe an ihrem Wagen arbeiten konnte. Im ehemaligen Kontor der Werkstatt hatte sie sich - für Ihre Verhältnisse - wohnlich eingerichtet. Doch T.D. brauchte, außer einem Auto, nicht viel. Als Hammer und Micha T.D.‘s Werkstatt erreichten war sie jedoch nicht zu Hause, also warteten die beidem im Wagen.

Sie mußten nicht lange warten, bis T.D. mit ihrem GMC Bulldog auf den Hof gefahren kam. Als T.D. ausstieg war sie nicht allein ein etwa 10 Jahre altes Mädchen war bei ihr.

"Moin, Moin, ihr beiden hübschen seit ja früh dran", begrüßte T.D. Micha und Hammer.

"Hallo T.D.", antwortete Micha

"Sag´ mal zu welchem Kostümball willst du denn?" fragte T.D. Micha mit breitem grinsen auf den Lippen.

"Es gibt Probleme T.D.", begann Micha, "es ist wegen gestern Abend. Wir müssen uns unterhalten."

T.D. wandte sich zu dem kleinen Mädchen: "Sina, geht schon mal rein, du kennst ja den Code."

Die kleine nuschelte etwas von: "OK" und lief hinüber zur kleinen Tür

"Sie ist meine Nichte. Ein wirklich liebes Kind und unheimlich klug." Micha erkannte in T.D.‘s Augen so etwas wie eine gewisse Sehnsucht.

"Also worum geht’s denn Jungs?"

"Es scheint so als hätte man uns gestern Abend ganz schon gelinkt," begann Hammer. Im Hintergrund hörte er noch das elektronische Piepsen einen Codeschlosses. Nur einen Augenblick später blockierten elektronische Sperren sein cybernetisches Gehör und Hammer wurde von einer Druckwelle umgeworfen.

- * -

Hammer und Micha fuhren schweigend zum ‚Hansestadt Hamburg‘ um den Rest von Hammers Sachen zu holen. Der Ork nicht länger als nötig das teure Zimmer bezahlen. Er würde in nächster Zeit wahrscheinlich sehr viel bessere Verwendungsmöglichkeiten für Bargeld haben. Später würden Sie sich dann mit T.D. treffen, die bei Ihrer Nichte auf Ihre Mutter wartete, eine Aufgabe um die keiner der beiden Sie beneidete. Als Hammer die kleine nach der Explosion fand, hatte die kleine noch gelebt, sie war jedoch übel zugerichtet worden. Die drei hatten Sie so schnell wie Möglich zu Bony gebracht. Bony war Michas bevorzugte Ärztin. Micha war sicher, das Bony in der Lage war das Leben des Kindes zu retten. Das Mädchen hatte aber Glück im Unglück gehabt. Zum einen schienen die Täter den gleichen – wenig brisanten - Sprengstoff wie bei Hammers Bombe verwendet zu haben. Außerdem war die Bombe so angebracht gewesen, daß die stabile Stahltür wie ein Schild gewirkt hatte, mit dem Preis, daß die kleine unter der Tür regelrecht begraben wurde.

Hammer hielt auf der Gegenüber liegenden Straßenseite des ‚Hansestadt Hamburg‘ um nicht allzusehr aufzufallen. Sie hatten sich geeinigt, daß Micha hinauf in das Zimmer gehen und die Sachen holen sollte. Hammer würde in seinem Straßenleder zuviel aufsehen erregen und außerdem hatten Hammers Verfolger vielleicht schon Hammer Zimmer im ‚Hansestadt Hamburg‘ gefunden. Hammer hatte den Zimmercode von seinem auf einen leeren Kredstab verschoben, damit Micha ohne Probleme in das Zimmer kommen konnte. Der Kredstab erhielt außerdem eine elektronische Vollmacht, mit der Micha in der Lage war das Zimmer zu kündigen.

Als Micha das Hotel betrat konnte er die nette Empfangsdame von vorhin entdecken. Ihre beiden Kollegen waren gerade nicht da und nun mußte sie sich allein mit einer etwa zwanzigköpfigen Reisegruppe herumschlagen. Micha konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, es war wohl heute nicht ihr Tag.

Micha strebte zielsicher den Aufzügen entgegen und fuhr in den neunten Stock, wo sich Hammers Zimmer befand. Micha trat hinaus in einen Flur, der nicht besonders gut beleuchtet war. Es war außerdem noch sehr still, was darauf schießen ließ, das die Zimmer sehr gut Schallisoliert waren. Die fehlenden Geräusche und das schummerige Licht erweckten eine Atmosphäre von äußerster Diskretion.

Micha wandte sich nach links, stellte aber bald fest, daß die Zimmernummern sich immer weiter von der 906 - welche Hammers Zimmernummer war - entfernten. Micha ging also den Flur zurück. Das Zimmer Nummer 906 befand sich am Ende des Flur, wo dieser ein einem T –Stück endete. Die Tür des Zimmer 903 war geöffnet und ein Wagen, der unzweifelhaft zu dem Reinigungspersonal gehörte, stand davor.

Micha ging zielstrebig zu der Tür von Hammers Zimmer. Er öffnete die Tür mit Hilfe der Zimmerschlüssels und trat ein.

Das Zimmer war freundlich und hell eingerichtet. Eine Tür links von dem Eingang führte unwzeifelhaft zum Badezimmer. Wenn man dem kurzen Flur folgte kam man in das Hauptzimmer, in dem ein großes Doppelbett dazu einlud sich von den Strapazen eines langes Tages zu erholen. Micha durchquerte den Flur und fand neben dem großen Bett die Tasche welche Hammer beschrieben hatte. Sie enthielt einige Kleinigkeiten, die Hammer für den Hotelbesuch eingepackt hatte.

Plötzlich hörte Micha das klicken des Schlosses der Zimmertür. Er erinnerte sich an den Wagen der Putzfrau und rief:" Jetzt nicht, kommen Sie später noch einmal wieder!"

Doch die Tür wurde trotzdem geöffnet, also drehte sich Micha zu der Zimmertür und sah eine Putzfrau. Das einzig groteske an der Putzfrau war, daß sie Waffe mit einer verdammt großen Mündung in der Hand hielt.

Michas Cyberware sprang an, und er hinters Bett. Er spürte etwas an sich reißen und höre das satte Bellen einer Schrotflinte, bevor er mit einem Satz, der ihm die Luft aus den Lungen preßte, hinter dem Bett landete. Ein zweites Bellen und jede Menge Feder ließen ihn schließen, daß die Frau das zweite mal nur das Bett getroffen hatte. Micha spürte schmerzen, doch sie waren ihm egal. Er bemerkte auch Blut, doch auch dies spielte keine Rolle, noch nicht. Micha drehte sich herum, so daß er auf dem Rücken lag und seine Walther Secura ziehen konnte. Sein taktischer Computer spielte währenddessen tausende von Szenarien durch um die beste Lösung für Michas Problem zu finden. Als Michas Hand den Griff der Waffe berührte, spürte er ein kribbeln und der taktische Computer schaltete in den Feuerwaffenmodus um. Erst jetzt wurde er sich des brennenden Schmerzes bewußt, der seinen linken Arm peinigte, doch leise Schritte in seine Richtung lenkten ihn von diesem Problem ab. Micha wartete mit der Waffe im Anschlag, daß die Frau hinter dem Bett auftauchen würde. Der Computer gab dieser Möglichkeit eine verschwindend geringe Wahrscheinlichkeit, aber die Frau beging diesen Anfängerfehler. Sie bekam keine Chance daraus zu lernen. Michas Computer hatte die Frau sofort erfaßt. Die Walther Sekura spie zwei Kugeln aus, die erste schlug seitlich in das linke Auge ein und verließ den Kopf ein paar Sekundenbruchteile später durch die rechte Schädeldecke – nicht ohne einen beträchlichen Teil Gehirnmasse mit zu nehmen. Die zweite Kugel durchschlug den Hals der Frau und ließ einen schwall hellen, arteriellen Blutes aus ihrem Hals schießen. Für einen Moment hatte es den Anschein, als ob die Frau durch den zweiten Schuß enthauptet würde.

Nun galt es schnell zu handeln, Schallisolierung hin oder her, die Schüsse waren mit Sicherheit von den Sicherheitskräften des Hotels bemerkt worden. Micha sprang auf, schnappte sich Hammers Tasche und rannte aus dem Zimmer. Der Flur war immernoch menschenleer, doch das würde nicht lange so bleiben. Die Tür zu Zimmer 903 stand immer noch offen. Er entschied, das eine Todesfalle mindestens genau so gut war, wie eine andere und verschwand in Zimmer 903.

Zimmer 903 glich Zimmer 906 wie ein Ei dem anderen, was an sich nicht verwunderlich war, doch die tote Frau auf dem Bett gehörte wohl nicht zu der Standarteinrichtung dieses Hotels. Die Frau war offensichtlich überrascht worden. Der Frau war die Kehle durchgeschnitten worden und der Schnitt lächelte Micha wie ein zweiter Mund an. Offensichtlich kannte sich die verstorbene Attentäterin mit Messern besser aus, als mit Gewehren.

Micha ging ins Bad und untersuchte seinen Arm. Einige Schrotkugeln hatte sich in seine Haut gebohrt und viele schmerzhafte Wunden verursacht, doch die Sache sah schlimmer aus als sie war. Hammers Kugelsichere Weste hatte einen großen Teil der Schrotladung abgefangen. Sein größtes Problem war die Blutung, er konnte das Hotel schlecht verlassen, wenn er blutete wie am Spieß, die Sicherheitskräfte würden sofort Verdacht schöpfen.

Trotz der guten Schallisolierung konnte er den Tumult auf dem Flur und dem Nebenraum hören. Bald würden Einheiten der Hanse Security auftauchen und das ganze Hotel durchkämmen. Natürlich würde man dabei höflich und diskret vorgehen, aber Micha glaube nicht, daß er eine Leiche im Bett eines Zimmers, welches noch nicht einmal ihm gehörte, erklären könnte.

Micha wandte sich zum Kleiderschrank und durchsuchte die Sachen der Frau. Aus einer Bluse fertigte er sich einen Provisorischen Verband für seinen Arm, indem er einfach die Ärmel abtrennte und Sie beide über seinen Verletzten Arm zog. Ein Mantel ein Mantel und ein Aktenkoffer rundeten seine neues Outfit ab. Micha hoffte, daß der Mantel nicht durchgeblutet war, bevor er aus dem Hotel entkommen war.

Auf dem Flur wimmelte es von der Hotelsicherheit. Im Gegensatz zu vorhin, hatten die Hotelsheriffs nun auch bösartig aussehende Schußwaffen bei sich, die sie nun nicht mehr verdeckt trugen. Micha warf einen kurzen Blick in Richtung Zimmer 906 und wandte sich dann den Fahrstühlen zu.

Als Micha 3 Schritte gegangen war sprach ihn ein Sicherheitsbeamter von hinten an:" Entschuldigung!"

Micha drehe sich vorsichtig um und antwortete vorsichtig: "Ja?"

"Wir haben da noch ein paar Fragen zu dem Vorfall, der Sich vorhin ereignet hat", begann der Mann

"Sie meinen den Lärm auf dem Flur. Also ich kann Ihnen leider nicht viel erzählen. Außerdem bin ich auf dem Weg zu einer dringenden geschäftlichen Besprechung und habe keine Zeit." Micha setzte sein bestes Pokerface auf und hoffte, daß der Sicherheitsmann sie Story glauben würde. Das Hotelpersonal war im allgemeinen zu 100 prozentiger Höflichkeit angehalten.

"Entschuldigen Sie bitte, aber Sie müssen unsere Lage verstehen. Hier hat ein Verbrechen statt gefunden und die Polizei möchte sie vielleicht befragen, es wäre ..."

Micha unterbrach den Mann unwirsch:" Passen Sie auf, ich mache Ihnen einen Vorschlag: Ich gehe jetzt zu meiner Besprechung und Sie kommen dann heute abend mit Ihren Polizisten zu mir aufs Zimmer, dort werde ich Ihnen dann gerne rede und Antwort stehen. Ich bin sicher, daß die Geschäftsleitung nicht daran interessiert ist die Sache an die große Glocke zu hängen." Micha ließ in seine Stimme genau die richtige Menge Zorn einfließen um den Mann zu überzeugen.

"Ich denke, damit kann ich leben. Ich danke Ihnen für ihre Zusammenarbeit." Der Mann war sichtlich frustriert, aber immer noch ausgesprochen höflich. Offenbar hatte er strickte Anweisungen erhalten.

Micha wandte sich wieder zu den Fahrstühlen. Er hoffte, daß er nicht den Ermittlungsbeamten der Hanse Security zu begegnen. Diese würde sich nicht so einfach abschütteln lassen, wie der Sicherheitsbeamte. Doch der Rest, der Flucht aus dem Hotel verlief reibungslos.

Die Köpfe einziehen

"Sag mal, hast du der Putzfrau kein Trinkgeld gegeben?", frage Micha den Ork, als er in Hammers Volkswagen TT50 kletterte.

"Wieso?" Der Ork schien sich nicht nur über Michas Frage, sondern auch über sein merkwürdiges Aussehen zu wundern. Der Mantel den er jetzt trug, war ein bis zwei Nummer zu klein und dem Aussehen nach zu urteilen ein Damenmantel.

"Nun, ich komme in dein Zimmer und fange an deinen Kram zusammen zu Packen. Plötzlich stürmt eine Furie von Putzfrau in dein Zimmer und schießt mit einer Schrotflinte alles Kurz und klein." Michas Stimme zitterte noch vor Aufregung. Es war heute wieder einmal zu knapp gewesen. Viel zu knapp.

"Du machst Witze." Entgegnete der Ork schwach.

Micha forderte den Ork auf los zu fahren und erzählte Ihm die Geschichte während der Fahrt. Ihr Ziel war die Schattenklink von Bony. Micha konnte Ihre ärztliche Hilfe gut Gebrauchen.

-*-

T.D. saß zusammengekauert in dem kleinen Wartezimmer der Schattenklinik als Micha und Hammer in das Wartezimmer kamen. Offenbar hatte T.D. geweint, eine Seite die Micha bis jetzt noch nicht an Ihr kannte, sie hatte sich immer hart und unverletzlich gegeben.

Auf der anderen Seite war auch Micha mehr als nur unwohl bei der ganzen Geschichte. Auf einem Shadowrun gefahren einzugehen, doch jetzt im "Privatleben" gejagt zu werden eine ganz andere. Natürlich lebte man in den Schatten gefährlich, doch im Normalfall wurde man nicht von den Johnsons nach dem Job gejagt.

Als T.D. die beiden bemerkte sparng sie auf und kam zu Micha gelaufen. Sie drückte Ihn fest an sich und eine neue Schmerzwelle brandete durch seinen Arm. Micha sog laut Luft ein, ein Reflex, der die Schmerzen etwas zu lindern schien. T.D. hatte Ihren Kopf in seine rechte Schulter vergraben und durch eine leichte Korrektur seiner Haltung gelang es Micha den verwundeten linken Arm fast völlig zu entlasten.

"Wie geht es Ihr?" fragte Micha.

T.D. nahm den Kopf nur leicht von seiner Schulter:" Sie wird durchkommen. Aber das Bein wird wohl nie wieder ganz in Ordnung kommen. Außerdem muß Sie noch ein paar Tage hier bleiben."

"Und wie geht es dir?"

T.D. löste sich nun ganz von Ihm. Sie wich einen Schritt zurück und blicke über Michas Schulter:" Mir geht es einiger maßen. Meiner Schwester geht es schlechter glaube ich."

"Wo ist deine Schwester jetzt?" Micha gab sich alle Mühe das Gespräch nicht wie ein verhör klingen zu lassen, doch es gelang ihm nicht.

"Sie ist bei Sina", begann T.D. "Ich wäre auch dort, aber Sie hat mich aus dem Zimmer geworfen." T.D. versuchte standhaft die Tränen zurück zu halten, doch ein oder zwei entkamen trotzdem. Damit Micha und Hammer die sie nicht sahen, drehte T.D. sich zu gegenüber liegenden Wand.

Micha trat mit zwei Schritten hinter T.D. und hielt Sie sanft an den Schultern:" Wir werden uns den Mistkerl vorknöpfen!"

"Wir werden dem Mistkerl die Hölle heiß machen!" bestätigte T.D.. Der Zorn in ihrer Stimme war nicht zu überhören.

Bony brauchte nicht lange um Michas Arm zu verarzten. Sie bestätigte Michas vorläufige Diagnose und pulte die Flechette Geschosse aus seinem linken Arm. Nach etwa 40 Minuten verließen Hammer, T.D. und Micha die kleine Schattenklinik mit Michas Wohunug als Ziel.

Während Micha bei Bony in Behandlung war, hatte Hammer seinen Freund J.I.T. an. Von ihm erfuhr Hammer, daß von Ihrer kleinen Ausflugsgruppe nicht mehr viele übrig waren. Torch hatte vor seiner Haustür eine sehr unangenehme Begegnung mit einem Lastwagen gehabt, oder umgekehrt. Dies ließ sich jedoch nicht genau ermitteln da der Fahrer flüchtig war.

Watt hatte versucht im eigenbau Spregstoffe herzustellen dies Stand jedenfalls im Bericht der Polizei, die Seine Überreste mit denen des Miethauses, in dem Watt gewohnt hatte, wegzuräumen hatten. Offensichtlich hatte ihr Gegner ein Faible für Sprengstoffanschläge, soviel Explosionen hatte es schon lange nicht mehr in Hamburg gegeben.

Doch J.I.T. hatte noch eine zweite wichtige Information für Sie. Wenn man seinen Worten glauben Schenken wollte, war im ‚Red Eye‘ immer etwas los, doch heute war nach J.I.T.‘s angaben das lokal wie leer gefegt. Offenbar hatte eine wahre Hexenjagt nach Ökoterroristen eingesetzt. Jeder Konzern der etwas auf sich hielt schien Schattenkommandos anzuheuern und diese auf die Terroristen oder andere autonome Gruppierungen zu jagen. Um J.I.T. zu zitieren hat diese ganze Sache "mehr Drek aufgewirbelt hat, als wie inne Elbe schwimmt!".

- * -

Nachdem die drei die Schattenklink verlassen hatten beschlossen Sie zu Micha zu fahren um seine Sachen zu holen. Sie waren Sich darüber im klaren, daß dort sicherlich auch eine Überraschung auf Micha warten würde. Doch diesmal waren Sie vorbereitet, und vielleicht würden Sie endlich einen Hinweis finden, der Ihnen auf der Suche nach ihrem Gegner weiterhelfen konnte.

Micha hatte sich erst vor acht Wochen eine Wohnung an der Alster gemietet. Einer der wenigen Vorteile seines Arbeitswahns der letzten Zeit. Das Haus hatte sogar ein bescheidenes Sicherheitssystem und ein Portier hielt unliebsame Besucher fern, jedenfalls in der Theorie. Doch Micha hatte schon selbst oft genug die Sicherheitseinrichtungen von stärker Gesicherten Objekten durchdrungen.

Hammer fuhr vor und T.D. folgte Ihnen. Sie hatten die Riggerin nicht davon abbringen können mit ihrem eigenen Auto zu fahren. Hammer hatte es ebenfalls abgelehnt sein Auto stehen zu lassen, also waren beide mit den eigenen Wagen gefahren.

Hammer und Micha verbrachten die fahrt schweigend, was Micha stillschweigend begrüßte. Er hatte die Geländekarte des Hauses in seine Taktikeinheit geladen und spielte während der Fahrt alle möglichen Variationen durch, wie man in das Haus eindringen und Micha ein unschönes Geschenk machen konnte.

Als sie das Haus jedoch erreicht hatten stand für Micha jedoch fest, daß die Anzahl der Variablen viel zu groß war, so das man keine gescheite Aussage machen konnte. Also hatte Micha sich für den direkten Weg entschieden. Es machte wenig Sinn die Aufmerksamkeit den Rest der Welt zu erregen, denn diese schien im Moment wesentlich gefährliche zu sein als die bis jetzt glücklosen Attentäter.

Micha verließ die den Wagen mit Hammer im Schlepptau. T.D. fuhr an den beiden vorbei und parkte Ihr Vehikel etwa 30 Meter weiter. Sie würde die ihre elektronischen Ohren aufstellen und auf ungewöhnliches auf der Straße achten, während Hammer und Micha das Gebäude betraten.

Der Portier schenke Micha einen kurzen und Hammer einen langen Blick.

"Der gehört zu mir." Micha warf dem Protier noch einen kecken Blick zu während Hammer und er im Fahrstuhl verschwanden.

"Ein alter Jugendfreund, der sich ein wenig verändert hat."

Bevor der Portier die Fassung wieder erlangen und dumme Fragen stellen konnte, hatten sich die Türen des Aufzuges bereits geschlossen und Micha und Hammer waren auf dem Weg nach oben.

Der Flur, welcher zu Michas Appartment führte sah so aus wie immer. Auch dieser Flur war, wie im 'Hansestadt Hamburg', sehr diskret und ruhig aufgemacht. Man konnte die Kredz förmlich riechen.

"Sag' mal, was zahlst du so im Monat für den Schuppen?" Hammmer konnte sich die Frage anscheinend nicht verkneifen und Micha sagte es ihm. Als Hammer die Summe hörte hätte Micha schwören können, daß der Ork ein wenig blaß geworden war, doch bei Orks war das nicht so einfach zu sagen.

Die Tür zu Michas Apartment war verschlossen und schien unversehrt zu sein, doch Hammer bestand darauf nach Sprengstoffen zu schnüffeln. Micha mahlte sich kurz aus, was die Nachbahren sagen würden, wenn diese Micha und den schnüffelnden Ork sehen würden. Micha war sich jedoch sicher, daß die Nachbahren sich nach einer Bombenexplosion auf jeden Fall beschwerden würden.

Hammer beschnüffelte die Tür sehr gründlich und gab nach kurzer Überlegung die Tür frei, so daß Micha sie öffnen konnte.

Der kurze Wohnflur war dunkel wie immer, doch aus seinem Wohnraum drang goldenes Licht ein, welches den Flur aber nur stellenweise zu beleuchten vermochte. Micha zog den Schlüssel aus dem Schloß und seine Walther Secura aus seiner Jacke. In der Wohnung herrschte Stille und das goldene Licht vermochte nicht wie sonst, die dunkle, reale Welt zu verbannen und die Wohnung in einen Hort des Friedens zu verwandeln. Micha bewegte sich vorsichtig aus dem Flur heraus. Links von Ihm befand sich die Wohnküche mit dem Küchentresen und rechts von begann der große Wohnraum mit der Sitzgruppe. Michas Berechnungen waren zu dem Schluß gekommen, daß ein vermeintlicher Attentäter im Wohnraum zur rechten Seite auf Micha warten würde. Also drehte sich Micha, nachdem er aus dem Flur herausgetreten war sofort zur rechten Seite. Seine Sinne und gesteigerten Reflexe arbeiteten auf Höchsttouren als Micha plötzlich hinter sich ein Geräusch vernahm. Es klang so ähnlich wie ein:" Hey!", doch so genau konnte Micha das Geräusch nicht hören, da es von einem leisen Plopp begeleitet wurde.

Micha wirbelte herum. Die künstlich verstärkten Nerven bis zu zerreißen gespannt. Er konnte eine Frau entdecken, welche in der Küche stand. Die Frau hielt eine Pistole in der Hand und mußte ohne Zweifel schon auf Micha gefeuert haben. Bis jetzt hatte sein Körper jedoch keinen Einschlag gemeldet, so das von einem Fehlschuß auszugehen war. Michas taktischer Computer schwadonierte weiter über alle weiteren Möglichkeiten während er mit tödlicher Präzision die Frau in der Küche als Ziel auffaßte. Da Micha und Hammer sich vorher im klaren waren das Sie den Attentäter - wenn möglich - lebend fassen wollten um diesen gegebenenfalls zu verhören, visierte der taktische Computer automatische nur nicht tödliche Trefferzonen an.

Die einzig verwirrende Tatsache war, daß Michas Körper eine feuchte Stelle an seinem Rücken meldete, da jedoch eine Kugel eingeschlagen war, konnte dies kein Blut sein. Also schenke er diesem Umstand auch keine weitere Beachtung. Micha verfolgte die Bewegung des Zielkästchens genau während dieses über sein Blickfeld wanderte um die beste Stelle zu markieren an der die Frau neutralisiert werden konnte. Doch plötzlich teilte sich das Zielkästchen. Erst einmal, dann noch einmal und noch einmal, bis dann eine unbestimmte Zahl von Zielen in einem frenetischen Tanz sich durch sein Sichtfeld bewegten. Micha war viel zu fasziniert von diesem Schauspiel um zu bemerken, daß sein Körper sehr schwer und er unheimlich müde geworden war. Micha verlor die Kontrolle über seinen Körper und keine Macht der Welt wäre in der Lage gewesen ihn vor dem Kollision mit den Stühlen vor der Küchentheke zu bewahren.

Als nächstes bekam Micha noch mit, wie Hammer über ihn selbst und den Küchentresen hechtete. Das Bild, wie der Ork auf dem Mädchen landete und es in scherben zerbarst war der letzte Gedanke, welcher in Michas Bewußtsein erschien, bevor dies in unendlicher Schwärze versank.

-*-

Schmerz. Nachdem Micha das Bewußtsein wieder erlangt hatte war dies das erste, was er wahrnahm. Ein dumpfer Kopfschmerz der mit langende pochenden Schlägen seinen Geist maltretierte. Jedenfalls das schwammige etwas, was noch davon übrig gebieben war. Micha beschloß die Augen aufzumachen, was an sich eine gute Idee war. Doch als er seinen Beschluß in die Tat umsetzte war es, als würden ihm zwei glühende Nadeln in die Augen gebohrt, so das er unwillkürlich aufstöhnte.

"Hey Chummer alles klar?" Die Stimme des Orks rollte wie ein schweres Gewitter über Michas sehr empfindliche Nervenbahnen.

"Kannst du bitte das Licht leiser machen und Brüll' bitte nicht so herum" Keuchte Micha schwach. Selbst seine eigene Stimme war viel zu laut um Angenehm zu sein.

"Ich hab' dir doch gesagt, das er am Anfang ein bisschen empfindlich ein würde." Die Zweite Stimme konnte Micha nicht einordnen. Zuerst dachte er sie könnte T.D. gehören, doch selbst in seinem Zustand verwarf er diese Möglichkeit schnell.

Das Geräusch der sich schließenden Jalousien kam über ihn wie eine gewaltige Lawine und Micha öffnete vorsichtig die Augen. Sie waren in seiner Wohnung, die nun im Halbdunkel lag. Er lag auf der Couch und starrte die Decke an welche ihm unendlich weit entfernt erschien. Der Versuch sich aufzurichten war ein Erlebnis für sich. Er hatte während Seiner Zeit beim Militär einmal eine Landeoperation miterlebt. 3 Tage vor dem Beginn der Operation hatte ein sehr starker Taifun die kleine Flottille heimgesucht in dem sogar ein Schiff gesunken war. Diesen endlosen Tagen kam das Aufstehen gleich nur ein wenig schlimmer.

Micha schaffte es jedoch ohne wieder umzufallen. So daß er jetzt mehr oder weniger Senkrecht auf der Couch saß. Micha sah sich vorsichtig und nicht zu schnell um und war ganz stark von den Farben fasziniert, die mit einer ungekannten Intensität strahlten. Es brauchte nur einige Minuten, bis er die Frau bemerkte die in einem der Sessel neben ihm saß, und nur wenige Sekunden bis er bemerkte, daß sie gefesselt war. Langsam und tranig begriff er endlich was geschehen war. Dies mußte die Frau sein, die für seinen momentanen Zustand verantwortlich war. Hammer schien sie erwischt zu haben und eine Schwellung in Ihrem Gesicht deutet darauf hin, das er nicht gerade sanft mit ihr umgesprungen war.

"Was ist passiert?" Fragte Micha schlapp.

"Sie hat dich mit einer Art chemischen Keule erwischt. Das Zeug hat sie selbst zusammen gemixt und dir dann mir 'ner ordentlichen Menge DMSO und 'ner Ares Squid verabreicht." Hammers Versuch dies Möglichst abwertend klingen zu lassen konnte jedoch nicht den ganzen Respekt, welchen er vor der Unbekannten hatte, verbergen.

"Wie lange war ich weg?" Micha war immer dabei wieder in die Realität zurück zu kehren.

"Etwas über 20 Minuten," antwortete Hammer.

"Gut laß und verschwinden wir haben eh schon genug Zeit verloren." Micha stand plötzlich ruckartig auf um dann vorüber auf den Couchtisch zu fallen. Nach einigen ungeschickten Versuchen sich wieder aufzurichten stand er jedoch nach kurzer Zeit wieder auf den Beinen.

Micha hatte das Zusammenpacken seiner Sachen recht schnell erledigt. In einem Koffer verschwand einige elektronische Utensilien zusammen mit seinen persönlichen Sachen und der einiger Kleidung. In einer langen Segeltuchtasche, die mit vielen Surfemblemen geschmückt war, hatte Micha sein Sturmgewehr und seine MP verstaut. Außerdem verstaute er seine Kletterausrüstung in der gleichen Tasche.

Micha gestattet sich noch den Luxus einer kurzen Dusche um die letzten Reste der Chemikalien aus seinem Körper zu verbannen. Der teure Anzug aber dennoch ruinierte Anzug verschwand im Abfallkorb und Michas Straßenleder kam aus dem Schrank. Etwa 30 Minuten später waren Sie zum Aufbruch bereit. Micha wunderte sich, daß das Mädchen so ruhig geblieben war, doch anscheinend hatte Hammer ihr klargemacht, daß alles andere nicht wirklich gut für sie war.

Hammer und Micha nahmen das Mädchen in ihre Mitte, als sie zu Fahrstuhl gingen. Die gepanzerte Jacke des Mädchens lag nun auf der Segeltuchtasche welche Hammer genommen hatte . Das Mädchen trug Michas Koffer, während Micha nur ein Mantel über dem Arm hatte. Unter dem Matel verbag sich jedoch Michas Pistole, welche er dem Mädchen in die Seite drückte. Er hatte Ihr vorher klar gemacht, daß er keine Hemmungen haben würde die Waffe zu benutzen sollte Sie auch nur Niesen.

Als Sie den Portier am Eingang passierte redete Micha unablässig auf das Mädchen ein, immer darauf achtend, daß Sie keine Verdächtigen Gesten machte. Doch der Portier schenke der Übertragung aus der Hooveliga im Trideo mehr Aufmerksamkeit als dem Trio, welches eilig das Gebäude verließ.

Micha und die Unbekannte stiegen in den Heckaufbau des TT50 ein, während Hammer im Führerhaus Platz nahm. Micha hatte Hammer gesagt er solle T.D. folgen, da Sie ein geeignetes Plätzchen kenne, an dem man ungestört einen Kriegsrat halten konnte. Um auf Nummer Sicher zu gehen fesselte Micha die unbekannte erneut und legte Sie dann auf die Matratze, welche Hammer in letzter Zeit zum schlafen benutzt hatte. Micha selbst kauerte sich in die Ecke an den heckklaptten des TT50 um die Frau besser im Auge haben zu können. Seine Walther Secura lag immer in Griffweite, wohingegen sein Verstand manchmal etwas abschweifte.

Harte Bandagen

Der Raum war kahl. Die Betonwände und die nackte Glühbirne, welche den Raum nur ungenügend beleuchtete, trugen nicht dazu bei das Ambiente etwas aufzulockern. Auf dem einzigen Stuhl in diesem Raum saß ein kleiner gebeugter Mann, der sichtlich nervös war. Ein großer Troll in einem elegant geschnittenen Geschäftsanzug bewachte die einzige Tür. Der Blick des Trolles war absolute unbeweglich und ging in die leere. Es schien so als könne ihn nichts dazu bewegen an dieser Welt Teil zu haben. Mit diesem Blick wirkte der Troll eher als ein Stück Einrichtung als ein lebendiges Wesen.

Die Nervosität der Mannes auf dem Stuhl steigerte sich schlagartig als ein Elf den Raum betrat. Auch er war, wie der Troll, sehr exklusiv gekleidet. Doch der Mann strahlte eine Aura von Macht aus, die den Raum - wie eine zweite Glühlampe – zu beleuchten schien.

"Wir sind sehr unzufrieden mit Ihnen", begann der Neuankömmling ohne große Umschweife. "Nur drei kleine Pakete sollten geliefert werden, doch nur eines davon hat den Empfänger erreicht. Das ist kein sehr guter Schnitt."

"Jaja, ich weiß. Aber die Umstände .... Es sollte alles so schnell gehen .... Ich konnte mich nicht richtig vorbereiten...." Der Mann auf dem Stuhl war nun sichtlich Blaß.

"Es ändert nichts an der Bilanz. Sie sind uns als absoluter Profi empfohlen worden. Order Irre ich mich? Also jammern sie gefälligst nicht herum. Die halbe Stadt liegt in Schutt und Asche, während dieser dumme Ork und die Riggerschlampe durch die Stadt flanieren." Die Stimme hatte sich nur um eine Winzigkeit verschärft doch dies hatte gereicht um den Mann auf den Stuhl fast völlig zusammen sinken zu lassen. Als der Elf erkannte, daß der Mann auf dem Stuhl nichts weiter zu seiner Verteidigung vorzubringen hatte, machte er Anstalten sich umzudrehen und den Raum zu verlassen. Doch plötzlich sprang der Mann vom Stuhl auf und warf sich dem Elfen vor die Füße.

"Geben Sie mir noch eine Chance ich weiß, daß ich sie erledigen kann" Der Mann kramte hastig in seinen Taschen herum und zog dann einen Kredstab heraus. "Hier ist das Geld, es ist noch alles da. Ich werden Job für sie umsonst erledigen." Die Stimme des Menschen war von Panik erfüllt und einem Kreischen nahe.

Der Elf drehte sich erneut zu Menschen um. Er Blicke ihn lange und sehr gründlich an um ihm dann die Hanz zu reichen und ihm wieder auf die Beine zu helfen. Der Mensch wußte zuerst garnicht recht wie ihm geschah, entspannte sich jedoch sichtlich als er begriff was vorsich ging.

"Ich bin sicher wir werden eine Lösung finden." Begann der Elf, während er einen Arm um den Mann legte.

"Ich bin sicher das sie uns nie wieder enttäuschen werden. John wird alles nötige regeln." Der Elf machte eine kurze Geste in Richtung der Trolls.

"Ja. Ja. Genau. Ich werde mir jede erdenkliche Mühe geben!" Die Stimme des Menschen zitterte immer noch vor Aufregung. Der Elf gab den Meschen Frei, der immer noch fassungslos vor Glück zu sein schien.

"Ich muß nun leider wieder gehen. John wird alles nötige Regeln. Nicht war John". Es war nicht verwunderlich, daß die Stimme des Troll wie ein Donnergrollen durch den Raum lief:" Natürlich Mr. Johnson."

Der Elf ging ohne ein weiteres Wort zu verlieren aus dem Raum und ließ den Troll mit dem sichtlich erleichterten Menschen zurück.

"Ok, was liegt an?" Frage der Mensch den Troll und blicke Ihn dabei an. Doch Anstadt sich in der Unendlichkeit zu verlieren, ruhte der Blick des Trolls auf dem Menschen, welcher sofort sein neu gewonnenes Selbstvertrauen verlor. Der Troll war mit 2 schnellen Schritten bei dem Menschen, der noch gar nicht begriff was geschah. Ein harter Schlag traf den Mann und schleuderte ihn nach hinten an die Wand, doch bevor dieser auf den Boden fallen konnte hatte der Troll den Mann wieder in einem festen Griff. Mit einigen schnellen Bewegungen hatte der Troll den Mann beide Beine gebrochen und zu Boden geschleudert.

Während der Mann nun wie am Spieß schrie und die Knochensplitter begutachtete, welche aus dem linken Hosenbein hervorstachen, ging der Troll in dunkle Ecke des Raumes und holte ein Kanister aus dem Schatten hervor. Der Mann war so mit seinen Beinen beschäftigt, das er gar nicht merkte wie der Troll den Deckel vom Kanister schraubte und zu dem, sich am Boden krümmenden, Mann zurückkehrte. Erst die kalte Dusche erinnerte den Mann an den Troll, welcher den Kanister über dem Mann leerte und dabei sorgsam darauf achtete keine Flüssigkeit auf seinen Anzug zu verspritzen. Als der Kanister leer war, lag der Mann fluchend und keuchend in einer großen Lache der klaren Flüssigkeit, welche sich im Kanister befunden hatte.

Den starken Benzingeruch bemerkte der Mensch erst, als der Troll ein Zündholz aus einer Tasche hervorzauberte. Er begriff sofort, was geschehen würde und die Welt schien sich plötzlich nur noch um dieses kleine Licht in der großen Hand des Trolles zu drehen. Das "Adios", welches der Troll zu Abschied murmelte hörte er nicht, dafür hielt ihn das Zündholz, welches mittlerweile auf einer parabelförmigen Bahn sich der Bezinlache näherte, zu sehr im Bann.

Der Troll war lange außer Hörweite, bevor die Schreie verstummten.

- * -

Die Fahrt zu dem provisorischen Unterschlupf verlief weitgehend ereignislos. T.D. hatte schon vor einiger Zeit eine Liste mit Orten angefertigt, an denen man sich für kurze Zeit schnell verstecken konnte. Wer im Schattengeschäft war, wußte, das dies häufiger notwendig war, als einem lieb sein könnte. Doch immer wieder kam es vor, das einem die Hanse Security, die Mafia oder andere unschöne Zeitgenossen auflauerten. T.D. hatte zwar immer sorgsam darauf geachtet für welche Organisationen sie arbeitete, doch leider ließen sich solche Geschichten nur sehr schwer vermeiden. Deshalb wußte die Riggern einen Ort an dem auch ein größeres, unter Umständen schwer bewaffnetes und/oder beschädigtes, Auto einen Unterschlupf finden konnte. Häufig genug war es notwendig geworden zumindest die größten Löcher aus der Karosserie zu flicken, bevor man sich wieder auf die Straße wagte. In einem dieser Verstecke suchten sie an diesem Tag Zuflucht.

Das Versteck bestand im Prinzip aus nichts weiter einem großen Platz mit drei großen Haufen Schutt, einigen ausgeschlachtet Autowracks und einer Ansammlung von Dingen, welche man unter den Titel ‚Sonstiger Müll‘ abhaken konnte.

T.D. und Hammer Parken die Autos zwischen den Schutthaufen. So konnten Sie nicht sofort entdeckt werden. Ein paar Plastikplanen, welche mit Teilen aus den Schutt beklebt waren, vervollständigten die grobe Tarnung. T.D. hatte außerdem eine ihrer Dobermann Drohnen neben Einfahrt von der Straße geparkt und diese Ebenfalls mit einer tarnenden Plane versehen. Die Drohne würde die Runner warnen, falls sich ungebetene Gäste näherten.

Unterdessen hatte Micha die Frau wieder von den Fesseln befreit. Sie hatte die ganze Fahrt über geschwiegen und gab auch jetzt keinen Laut von sich. Offenbar versuchte Sie Micha und seinen Chummer einzuschätzen.

Es dauerte nicht lange bis die Heckklappe auf ging und Hammer sich zu den beiden gesellte. Der Ork hatte sich nun vollends in das Straßenmonster von Gestern verwandelt. Der große Kriegshammer, den er bei sich trug, wischte den letzten Rest an zivilisierter Ausstrahlung weg.

Als die Unbekannte denn Hammer sah, wurde sie sichtlich blaß. Hammer begrüßte sie außerdem mit einem trockenen:" Ich hab‘ dir auch was mit gebracht."

Damit war die Märchenstunde eröffnet und Hammer begann der Frau einige Fragen zu stellen:" Wie heißt du?"

"Octopussy", erwiderte die Frau. Der Name schien ihr Kraft zu geben, jedenfalls schien sie sich daran zu klammer Octopussy zu sein, als verleihe ihr dieser Name Kraft.

"Keine Straßennamen," verlangte Hammer zornig." Du weiß, was ich mit diesem Schätzchen anstellen kann und bis jetzt warst du ein wirklich braves Kind. Könnte sein das du mit deinem Leben davon kommst."

Die Frau wandte sich zu Micha und sagte:" Weissu, das du ein wirklich sadistischen Perversen als Chummer hast Omae??"

"Deinen Namen!" Erwiderte Micha schlicht. Innerlich fragte er sich jedoch was in den 20 Minuten geschehen war als er betäubt gewesen war. Die Frau hatte sich wirklich verdächtig ruhig gezeigt. Hammer mußte sie gründlich eingeschüchtert haben.

"Meine Eltern gaben mir den Namen Franziska Dinkalff doch diesen Namen benutze ich nicht mehr." Ihre Stimme war die eines trotzigen Kindes.

"Na also war doch ga nich so schwer!" Der Ork setzte ein lächeln auf, bei dem frische Milch geronnen wäre und fuhr mit der Befragung fort:" Also nun erzähl uns mal für wen du arbeitest und wer und hier allen ans Leder will..."

"Davon weiß ich nichts! Ich wollte was von nur Ihm" - Sie deutete mit Ihrem Kopf in Michas Richtung - " ein paar Fragen Stellen."

"Von mir?" Micha war über die Antwort der kleinen ein wenig verdutzt.

"Ja genau dir. Hedgehoc, alias Pjotr Guevara." Das Mädchen schein verdammt Stolz auf Ihr Hintergrundwissen zu sein.

"Pjotr Wie?" Hammer warf Micha einen erstaunten Blick zu.

"Naja", antwortete Micha Schuterzuckend mit einem Grinsen im Gesicht," irgendeinen Künstlernamen braucht man doch. Sonst kommen alle deine Fans vorbei und wollen Autogramme." Das Mädchen – Octopussy – schien etwas verwundert zu sein.

"Hast du gedacht ich verwende meinen richtigen Namen und SIN um meine Wohnung zu mieten. Wäre nicht sehr clever oder?" Der Blick, den Micha erntete, machte deutlich das sie es nicht mochte von oben herab belehrt zu werden.

"Wenn ihr beiden fertig werdet könnten wir mit dem Verhör fortfahren." Hammers stimme brach grollend das Schweigen. "Also du sagtest du wolltest etwas von unserem Freund hier. Das war zufällig nicht sein Kopf auf einem Pfahl oder?"

"Mein Gott du bist nicht nur ein Sadist, sondern auch noch paranoid!"

"Weist du Baby, ich und mein kleiner Freund hier", Hammer legte bei den letzten Worten eine Hand zärtlich auf seinen Hammer, " haben es echt Satt das du uns beschimpfst. " Hammers Minenspiel wechselte dabei von finster auf ganz finster, während das Gesicht des Mädchens totenbleich wurde.

"Okay! Ich wollte Ihm ein paar fragen über Dart stellen."

"Dart?" Micha war völlig überrascht.

"Ja, Dart! Er ist mein .... Er ist ein Chummer. Er war Gestern Abend unterwegs wegen eines Jobs. Er sagte er würde nicht lange weg sein, doch er ist noch nicht wieder aufgetaucht. Also hab‘ ich mich umgehört. Er hat noch damit geprahlt das er jetzt mit echten Profis zusammen arbeiten würde und er hat dich als Beispiel genannt".

Micha war etwas verlegen. Das er mittlerweile ziemlich bekannt war wusste er, aber dies war eher dem Umstand zu verdanke, daß er sich nach der harten Trennung von Shadow in die Arbeit gestürtzt hatte. Er hatte damals jeden Job zu Dumpingtarifen angenommen, was ihm auch viele Feinde eingebracht hatte. Sein Ruf hatte sich auch dadurch gebessert, daß er quasi Selbstmordunternehmen durchgezogen hatte. Immer in der Hoffnung sein Leben zu verlieren und dem Schmerz zu entkommen, denn für Selbstmord war er zu feige. Aber er war zu seinem bedauern immer zurückgekehrt.

Octopussy fuhr fort:" Naja ich hab‘ ein paar Chummer gefragt, die haben mir dann deine Adresse und den falschen Namen gegeben und ich bin zu dir hin."

"Und wie bist du ein seine Wohnung rein gekommen?" während Micha noch in Gedanken vertieft war stellte der Ork die Frage.

"Puh, das war nicht schwer. Ich hab' einfach gesagt ich wäre die keine Schwester von Ihm", mit einem Kopfnicken deutete Sie in Michas Richtung." Der Opa am Empfang war auch gern bereit mich oben rein zu lassen."

"Ich hoffe du bezahlst nicht allzuviel für deine Wohnung Boyo?" Hammer konnte sich die sarkastische bemerkung einfach nicht verkneifen.

"Ich hab' sie auch nur wegen der Aussicht" antwortete Micha, der aus seinem Tagtraum erwacht zu sein schien. "Aber nun zurück zu dem Teil wo du uns ezählen wolltest warum du in meine Wohnung eingebrochen bist."

"Ich hab's doch erzählt! Es war wegen Dart. Er ist nicht wieder aufgetaucht und ich wollte wissen wo er steckt Und da ich nicht wußte wer die anderen sind sondern nur wußte das Hedgehoc an dem Run beteiligt ist hab' ich mir gedacht ich frag ihn." Das Mächen wirkte immer noch sehr verunsichert und die Worte kamen nur stockend aus ihrem Mund.

"Und warum die Waffe? Wenn man jemanden etwas fragen will, dann braucht man doch keine Waffe dazu, oder?" Hammer verstärkte noch etwas den Druck auf das Mädchen, die sich mittlerweile ganz Micha zugewandt hatte. Das Spiel guter Bulle, böser Bulle hatte immer noch Erfolg.

"Ich wollte eigentlich gar keine Waffe mitnehmen doch seit dem die schreckliche Geschichte mit dem Wasser passiert ist, ist ja keiner mehr sicher. Ich wußte ja was Ihr macht und da wollte ich doch nicht wehrlos sein. Was wäre gewesen wenn ihr mir erst 'ne Kugel verpasst hättet?"

Die Erwähnung der Ereigness nach dem Run hatte sogar eine Spur in Hammers finsterer Mine hinterlassen. Eine Chance witternd fuhr das Mädchen fort:" Hey wenn ich Hedgehoc etwas tun gewollt hätte, dann wäre er schon lange Tod. Es gibt genug Drek das du in DMSO auflösen kannst so das der andere den Löffel abgibt. Wenn ihr euch das andere Magazin von meiner Squid anseht dann werdet Ihr feststellen, daß da das wirklich üble Zeug drin ist."

Micha gab' Hammer ein Zeichen und die beiden verließen den Wagen.

"Ich glaube Ihr," begann Micha," sie scheint mir zu unerfahren zu sein um wirklich einen Wet-Job zu übernehmen."

"Ich glaub auch!" Der Ork katzte sich mit der rechten Hand seinen Bart. Die letzen Stunden hatten ihn nicht daran gehindert auf Hammers Gesicht zurückzukehren. " Sie scheint auch keine Cyberware zu besitzen und mal ganz ehrlich wer sich mit einem verchromten Runner anlegt der sollte schon etwas mehr aufbieten als eine junge Göre mit einer Spielzeugpistole!"

Micha nickte zustimmend:" Ja da hast du recht! Obwohl ich würde die kleine nicht unterschätzen. Sie scheint mir ziemlich Klever zu sein."

"Stimmt aber trotzdem paßt sie nicht in Muster. Die anderen Anschläge wurden auch nicht von den Top-Profis gemacht, aber gegen unser Octopussy da drin waren das Toprunner!"

Damit war das Gespräch beendet und die beiden drehten sich um, damit sie den Wagen wieder betreten konnten, als Micha jedoch plötzlich stocke: "Was hat die kleine eigentlich gegen dich?"

"Ach, das ist 'ne lange Geschichte," wehrte Hammer ab.

Als Micha den Wagen wieder betrat bemerkte, wie etwas schweres neben ihm auf den Boden schlug. Offensichtlich hatte das Mädchen sich Hammers Lieblingsspielzeug geschnappt und versucht ihn damit zu treffen. Doch das Gewicht war offensichtlich zu groß, so daß sie nicht getroffen hatte. Als Micha den ersten Blick auf das Mädchen warf, war sie mit dem Versuch beschäftigt den Hammer für einen zweiten Schlag aufzuheben. Micha trat mit 2 schnellen schritten an das Mädchen heran und wollte Ihr dem Hammer entreißen, als sie plötzlich den Hammer losließ und Micha mit einem heftigen tritt auf die Bretter schickte. Zuerst kam ihm das ganze wie eine Wiederholung der Szene aus seiner Wohnung vor, als er jedoch bemerkte das die kleine sich mit einer Geschwindigkeit und einer Grazie bewegt die er zuvor an ihr nicht bemerkt hatte. Michas taktischer Computer, der wie der Rest von Michas Cyberware sich langsam eingeschaltet hatte, gab recht anerkennende Kommentare von sich was Kampfstil und Geschwindigkeit betraf. Auch Hammer mußte einige Schläge einstecken bevor die beiden die Kleine zu Boden gerungen hatten.

"Hey ganz Ruhig kleines," sagte Micha. Er und Hammer saßen quasi auf der kleinen, die immer noch versuchte wild um sich zu schlagen, " Hey wir glauben dir! Beruhige dich!" Doch das Mädchen kam nur langsam wieder zur Ruhe.

"Wenn ihr mir glaubt dann macht es euch bestimmt nichts aus von mir runter zu gehen," erwiderte die Kleine trotzig. Während sie ihre Kleidung wieder einigermaßen zurecht rückte sagte Micha:" Sieht so aus als hätten wir schlechte Neuigkeiten für dich."

Das Mädchen sah Ihn an während Micha nach einer kleines Pause fort fuhr:" Dart hat den letzten Run nicht überlebt. Ein direkter Treffer von einigen Kugeln in die Brust"

"Oh, ich verstehe!" Die Bewegungen des Mädchens wurden für kurze Zeit bleiern, doch sie fing sich schnell. "Er hat dann auch nicht gelitten nehme ich an?"

"Nein, ich denke nicht." Micha verzichtete auf einzelheiten, die der Kleinen sowieso nicht helfen würden.

Nach einer kurzen Verlegenheitspause begann sie mich neuem - gespieltem - Elan:" Hmm, war dann wohl auch keine große Sache, oder?"

"Wie kommst du darauf?" Fragte Hammer.

"Ich hab' halt ein wenig Nachrichten gesehen. Aber außer der Sache da in Seevetal war nichts größeres in den Nachrichten und ihr wißt ja, wie die Konzerne das aufbauschen, wenn die einen Runner erwischen."

Zuerst schienen die Worte der Kleinen keine Bedeutung zu haben aber dann stutzen Hammer und Micha. Sie sahen sich verdutzt einander an und Micha richtete eine frage an das Mädchen:" Sag' mal da in Seevetal, da wurden keine toten erwähnt oder?"

"Nöö, wieso?"

"Ach nur so!" Micha wandte sich Bedeutungsschwer zurück an Hammer

"Das is' ja auch der Grund warum die Schweine von der ganzen Stadt gesucht werden. Ich hab' gehört das der Senat eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt hat."

Hammer und Micha drehten sich Überrascht zu dem Mädchen.

"10.000 Euro?"

"Ja genau die Säcke sitzen ziemlich im Drek würde ich sag..." Das Mädchen stoppte plötzlich mitten im Satz und schien zu überlegen.

"Ich wart das", rief sie und wich ein gutes Stück zurück. "Drek, Drek, Drek! Ausgerechnet ich geraten diese Typen. Okay, wenn ihr mich ausknipsen wollt, dann macht das jetzt!"

"Hey, nun mal ganz ruhig", begann Hammer," wenn wir wahllos Leute ausknipsen wollten, dann würdest du schon lange weg vom Fenster sein!" In seiner Wut fuhr der Ork fort:" Stimmt wir waren in Seevetal, aber wir und Dart sind auch gelinkt worden. Die haben gesagt die wollten Wasserproben nehmen, aber anscheinend haben die sich die Finger nicht gewaschen. Und was deinen depperten Chummer angeht, der ist gleich in die erste Kugel gerannt die da 'rum flog!"

Micha legte die Hand auf Hammers schulter, der dich während des Gespräches immer weiter über das Mädchen gebeugte hatte. Während die Kleine sich immer weiter in sich zusammen gekrümmt hatte. "Hey ganz ruhig Hammer!"

"Ich bin ruhig!" Hammer dreht sich zu Micha um und wollte gerade zu einer weiteren Schimpfkanonade ansetzen als er plötzlich wieder etwas ruhiger wurde. Dann drehte der Ork sich um und verschwand mit lauten Flüchen aus dem Auto.

"Scheint so als hätte dein Chummer manchmal ein Problem die Ruhe zu bewahren!" Das Mädchen schien wieder auf einer Oberwelle zu schwimmen.

"Hättest du in seiner Situation auch. Wir sind heute schon fast Zwei mal ein die Luft gesprengt worden. Mal ganz davon abgesehen, das man schon zwei mal auf mich geschossen hat."

"Das kann passieren, wenn man von der ganzen Stadt gejagt wird"

Micha unterbrach sie unwirsch:" Das war aber bevor das Kopfgeld ausgesetzt wurde. Außerdem sprengt man gesuchte Verbrecher nicht in die Luft, sondern erschießt sie schlimmstenfalls. T.D.'s Nichte wurde von der einen Explosion fast zerfetzt. Nein, da hat jemand etwas gegen uns und ich denke das ist unser Ex-Johnson. Ist 'ne tolle Sizuation war? Also erspar' uns deine altklugen Sprüche." Micha hielt in, als er sich in der gleichen Pose wie Hammer wiederfand.

"Okay Mann! Null Problemo! Ich ..." Die Kleine wurde nun von Hammer unterbrochen, der gerade wieder in den Wagen kam.

"Also ich hab' mir etwas überlegt", begann er ohne Umschweife," wir müssen 'rausfinden was mit Dart passiert ist. Die Kleine hat recht die Leiche wäre für Sie ein gefundenes Fressen gewesen, auch wenn er nicht mit GreenWar sympathisiert hat. Außerdem will ich mehr über unseren Johnson wissen!"

"Stimmt wir müssen aus der defensive!" Pflichtete Micha Hammer bei.

"Schön Jungs dann macht mal. Wenn ihr mich an der nächsten Kreuzung 'rauslaßt" Die Kleine hatte ein unverfängliches Lächeln auf den Lippen und machte Anstalten aufzustehen und zu gehen.

"Stop mal Kleines ..."

"Hört endlich auf 'Kleines' zu mir zu sagen ich hab' gesacht das mein Name Octopussy ist!" Das funkeln in ihren Augen war nicht zu übersehen.

"Sorry, aber du denkst doch nicht, das wir dich so einfach gehen lassen oder?"

Erste Schritte

Franziska war immer noch nicht sicher ob es eine gute Idee war mit dem Ork und dem Norm durch die Gegend zu zeihen. Immerhin wurden sie von fast der ganzen Stadt gejagt. Außerdem war sie nicht sicher ob die beiden wirklich unter falschen Voraussetzungen angeheuert wurden oder ob sie nicht doch versucht hatten die Wasservorräte der Stadt zu vergiften. Das einzige was sie als Anhaltspunkte hatte, war die Aussage der beiden und das sie noch lebte. Wenn die beiden etwas zu verbergen hatte, dann wäre sie jetzt nur noch Futter für die Fische. Gut aber wenn die beiden unschuldig waren, dann blieb immer noch das Problem, daß die Stadt und ein mysteriöser Dritter die beiden tot sehen wollte. Eines hatte Octopussy schon sehr früh auf der Straße gelernt: Es ist nie gut sich in der Nähe von einer Bombe zu stehen, wenn sie explodiert, die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, das ein Splitter dich trifft, wenn sie explodiert. Aber die beiden hatten Ihr kaum eine Wahl gelassen und so mußte Sie sich fügen, wenn auch nur ungern. Die Argumente die sie vorgebrachten hatte Franziska nicht ganz überzeugt. Dennoch schienen sie logisch und so hatte Sie Hammer und Hedgehoc begleitet.

Die drei Shadowrunner hatten sich zuerst darauf geeinigt, daß sie nun doch einen Chummer von Hammer, dem Ork, aufsuchen wollten, da dieser angeblich Kontakt zu einigen Ökoterror-Gruppen haben sollte. Dabei vertrat T.D., die Riggerin, am lautesten die Meinung, daß dies kein guter Schachzug wäre. Was Franziska jedoch am meisten ärgerte war die Tatsache das die drei anderen Ihr so gut wie keine Beachtung schenkten. Am schlimmsten waren dabei T.D. und Hammer, welcher von den beiden die Spitzenposition einnahm war noch nicht ganz klar, jedoch taten beide ihr bestes um Octopussy zu ignorieren. Es schien als wäre der einzige, welcher ihr hiersein für eine gute Idee hielt, der schweigsame Hedgehoc zu sein.

Das ganze dauerte fast eine ganze Stunde, wobei sich fast ausschließlich Hammer und T.D. stritten, was nun zu tun währe. Gegen Ende schien es Hedehoc dann zu bunt zu werden und er bezog eindeutig für Hammers Vorschlag Stellung, so das T.D. nichts anderes übrig blieb als sich zu fügen. Franziska hatte während der ganze Zeit nur in der Ecke gesessen und versucht nicht ins Schußfeld zu gelangen.

Franziska sah jedoch langsam und endgültig ihre Felle davon schwimmen als die drei anfingen sich darum zu streiten wer denn nun auf die ‚kleine‘ aufpassen sollte. Das waren also erfolgreiche Schattenläufer. Franziska fühlte sich eher an den Debattierklub von ihrer ehemaligen Schule erinnert. Bevor dieser jedoch Streit richtig entbrennen konnte räusperte sie sich und sagte:" Auf mich muß keine aufpassen, das kann ich sehr gut alleine!"

Das Gespräch verstummte und die drei musterten sie genau, bis dann Hammer zuerst die Sprache wiederfand:

"Und wie willst’e das machen. Vielleicht mit deiner Spielzeugpistole von vorhin?"

"Dann gib mir doch ‚ne echte, dann können wir das ja mal austesten," stellte sie die Herausforderung in den Raum.

"Da müss’n wir dann aufpassen das die Kleine nicht Aua macht," warf T.D. ein. Was ihr einen giftigen Blick von Franziska einbrachte.

"Ich kann schießen!"

"Mit einer Zwille auf alte Omas vielleicht, aber wir reden hier von richtigen Waffen, die richtig schießen!" erwiderte Hammer hart.

"Wie wärs, wenn wir das mal ausprobieren. Wir haben schon soviel Zeit verloren, da fällt das auch nicht mehr ins Gewicht." Der Schlichtungsversuch von Hedgehoc wurde akzeptiert. So begannen T.D. und Hedgehoc mit der Suche nach ein paar Dosen oder ähnlichen Zielen, auf die Franziska schießen konnte, während Sie selbst und Hammer zu seinem Wagen ging. Dort holte der streibare Ork eine Kiste mit allerlei Handfeuerwaffen aus einem Stapel hervor. Franziska sollte sich eine aussuchen. Ihr Blick viel dabei sofort auf eine vercromte Morrissey Alta mit einem Geschnitzen Griff aus Elfenbein. Die Waffe hatte Ihr Herz im Sturm erobert so das sie zuerst garnicht bemerkte das in dem Kasten eine genau gleiche Waffe lag. Sie nahm beide Waffen an sich und ignorierte Hammers dummen Spruch. Sie überprüfte beide Waffen gewissenhaft und stellte freudig fest. Daß beide in fast tadellosem Zustand waren. Danach lud Sie beide Waffen mit den 10 Schuß, welche der Ork ihr gegeben hatte.

Unterdessen hatten T.D. und Hedgehoc zehn Dosen gefunden und jeweils auf einen kleinen Haufen Steine gestellt. Die Dosen waren in eine Reihe angeordnet, die diagonal zur Position des Schützen verlief. Die erste Dose war etwa 5 und die letzte etwa 60 Meter von dem Schützen entfernt. Franziska ging Zielstrebig zu dem Punkt wo der Schütze stehen sollte. Während die anderen sich hinter Ihr aufbauten. Franziska konnte sich ein letztes Umdrehen und "Sehet her und staunt!" nicht verkneifen. Sie drehte sich zu den Dosen und schätze noch einmal kurz die Situation ein. Dann sog sie beide Waffen aus dem Hosenbund und feuerte mit der Waffe in der linken Hand auf die erste Dose. Der Rückschlag der Waffe war Butterweich, was darauf hindeute, daß das Gasventil der Waffe sehr gut arbeitete. Obwohl die Waffe ungewohnt war traf der erste Schuß wie sie es vermutet hatte und sie begann nun im Wechsel beide Waffen auf die verbliebenen Dosen abzufeuern. Einige Sekunden und zehn Schuß später stand nur noch vorletzte Dose.

Franziska drehte sich um und sah in die Gesichter der anderen. Sie hatte zwar nicht mir frenetischem Jubel gerechnet, aber doch mit einiger Überraschung. Die fand sie jedoch nur in T.D.‘s Gesicht wieder. Hammer nickte nur anerkennend während Hedgehoc keine Mine verzog.

"Und?"

"Ganz ordentlich!" sagte Hedgehoc.

"Ganz ordnetlich? Ganz ordentlich! Hey man ich habe fast alle Dosen erledigt!" Franziska stand kurz davor die Fassung zu verlieren. Sie hatte in ihren Augen eine schützentechnische Glanzleistung vollbracht und der Idiot sagt Lapidar:‘ Ganz ordentlich!"

"Ja, ganz ordentlich! Drei der Treffer waren höchstens Streifschüsse, denn die Dosen sind nur umgefallen. Und eine Dose steht noch, wären das Gegner, dann habe ich dir das Vergüngen dich demjenigen, der dich töten wird vorzustellen." Während er Sprach näherte Hedgehoc sich angsam bis der zischen Franziska und den Dosen zum stehen kam.

"Dann nehme ich an du kannst es besser?" Frage Octopussy provokativ. Doch anstatt zu antworten zog Micha langsam seine Waffe aus dem Holster und lud bedächtig durch. Doch anstatt sich umzudrehen hob er den rechten Arm und feuerte unter seiner Schulter hindurch.

"In der Tat!" Micha ging an ihr vorbei und sagte zu den anderen:" Kommt wir haben noch etwas anderes vor!"

Als Franziska wieder auf die neunte Dose sehen konnte war die verschwunden. Das heißt der Steinhaufen war noch da, doch die Dose war verschwunden.

 

-*-

In der folgenden Stunden wurde Franziska doch noch klar warum die drei so lange in den Schatten überlebt hatten. Soweit sie mitbekommen hatte war Hammer noch nicht lange wieder in Hamburg, aber die drei anderen hatten durch ihre lange Erfahrung sich schnell in ein kleines aber effizientes Team verwandelt und Franziska tat ihr bestes um kein Stein im Getreibe zu sein.

Zunächst hatte Hammer versucht seinen alten Chummer bei GreenWar zu erreichen. Wie erwartet war das zur Zeit kein einfaches Unternehmen, denn so ziemlich alles was eine Flinte tragen konnte war auf der Jagt nach den GreenWar. In der Bevölkerung schien man der Meinung zu sein, daß es notwendig sei die Naturschützer zu erschießen, ganz so als ob man einen tollwütigen Hund erschießt. Das ganze Machtgefüge der Stadt war total aus den Fugen geraten.

Erschwerend kam hinzu, daß Hammer so lange nicht in Hamburg gewesen war und die Leitung so eher das Gegenteil eines heißen Drahtes war. Aber nach etwa fünf Stunden hatte Hammer seinen Kontakt an der Leitung und vereinbarte mit ihm ein Treffen. Das Treffen sollte am nächsten Morgen in einem sicheren Haus stattfinden - jedenfalls hatte es der Kontakt so genannt.

- * -

Die anderen hatten beschlossen das die Autos langsam aber sicher heiß wurden, außerdem hielt es Hedgehoc für sehr uneffektiv mit 2 Wagen durch die Stadt zu fahren. Deshalb rief T.D. einen gemeinsamen Chummer von Ihr und Hedgehoc an um dort die Wagen unterzustellen. Franziskas Meinung wurde – wie üblich – ignoriert. Auch die recht eindrucksvolle Schießvorstellung hatte nicht geändert, sie wurde immernoch wie ein Möbelstück behandelt.

Als sie bei der Werkstatt von Bozo – dem Chummer von T.D. – ankamen war es bereits kurz nach Mitternacht und Franziska fühlte sich Hundemüde. Der Tag war ziemlich anstrengend gewesen. Zuerst das Warten auf Hedgehoc und dann die ständige Konfrontation mit dem streitlustigen Ork. Alles in allem kein Zuckerschlecken. Sie klappte die Sonnenblende auf der Beifahrerseite von Hammers TT50 herunter und war mittelprächtig überrascht dort noch den vom Werk vorgesehen Schminkspiegel vorzufinden. Ein kurzer Check ihres Aussehens ließ Franziska zu dem Schluß kommen, auf weitere Prügeleien mit dem Ork in Zukunft zu verzichten.

Franziska stieg aus dem Wagen und sah, daß Hammer und T.D. schon geschäftig an T.D.s Wagen arbeiteten. Hedgehoc unterhielt sich mit Bozo, der sich als knorriger Zwerg mittleren Alters – was auch immer das bei Zwergen heißen soll - entpuppte. Die Werkstatt an sich war nicht groß, so daß Hammers und T.D.s Autos die einzigen in der Werkstatt waren. Franziska hatte jedoch kurz bevor Sie in der Halle verschwunden waren einige Autos auf dem Hof gesehen. Bozo mußte sie dorthin gestellt haben, nachdem T.D. ihn angerufen hatte.

Ein weitere Musterung ergab ein kleines Büro, welches an der Rückseite der Halle angebaut war. Das Büro an sich war sehr spartanisch eingerichtet. Nur ein Schreibtisch mit Stuhl, ein alter Aktenschrank und eine Couch – welche Franziska magisch anzog - mußten sich den begrenzten Raum teilen. Von müdigkeit übermannt schleppte sich Franziska zu der Couch. Das letzte was sie sah war, daß Hammer und T.D. irgendetwas mit einem Schweißbrenner berabeiteten.

To be continued ....


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